Harmos

Bildungsraum muss Federn lassen

Gemeinsam weiter . . . aber mit unterschiedlichen Tempi: die vier Bildungsdirektoren (von links) Alex Hürzeler (Aargau), Urs Wüthrich (Baselland), Christoph Eymann (Basel-Stadt) und Klaus Fischer (Solothurn).

Bildungsdirektoren

Gemeinsam weiter . . . aber mit unterschiedlichen Tempi: die vier Bildungsdirektoren (von links) Alex Hürzeler (Aargau), Urs Wüthrich (Baselland), Christoph Eymann (Basel-Stadt) und Klaus Fischer (Solothurn).

Nun treiben die beiden Basel und Solothurn die Anpassung ihrer Schulsysteme an Harmos voran. Der Kanton Aargau hingegen geht sein eigenes Tempo.

David Weber

«Der Bildungsraum lebt», «Ja zum pädagogischen Programm», «positive Rückmeldungen», «ein wichtiger Meilenstein». An der gestrigen Medienkonferenz strichen die vier Bildungsdirektoren der Kantone Baselland, Basel-Stadt, Aargau und Solothurn die positiven Aspekte der Vernehmlassung zum Bildungsraum Nordwestschweiz hervor. Dabei war ihr grosses Harmonisierungsprojekt in der Vernehmlassung arg zerzaust worden.

Die vier Nordwestschweizer Regierungen reagierten auf die Kritik. Wie erwartet wurde die Basisstufe (die Verschmelzung des Kindergartens mit den ersten beiden Primarschuljahren) aus dem Bildungsraum gekippt. Vor allem in Basel-Stadt, aber auch in Baselland war die Ablehnung heftig. Im neuen Bildungsraum «light» wird auch auf einen Staatsvertrag verzichtet.

Deshalb konzentrieren sich die vier Partner im Bildungsraum nun auf inhaltliche Aspekte. «Es wäre falsch, den Bildungsraum nur auf die Struktur zu reduzieren», erklärte der Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann und verwies auf das pädagogische Programm des Bildungsraums, das in der Vernehmlassung weitgehend Zustimmung fand.

Zu den vierkantonalen inhaltlichen Projekten gehören beispielsweise die «Leuchttürme» Förderung in Deutsch vor der Einschulung, inhaltliche Harmonisierung (zum Beispiel Umsetzung Lehrplan 21) oder die Einführung von Leistungstests und Abschlusszertifikat.

Aargau bleibe weiterhin «an Bord»

Als verbindliche Grundlage zur weiteren Zusammenarbeit im Bildungsbereich soll bis Ende 2009 eine Vereinbarung unter den Regierungen abgeschlossen werden. Ein Staatsvertrag kommt aber nicht mehr in Frage, auch aufgrund der unterschiedlichen Vorstellungen in Bezug auf die Struktur der Schulsysteme. Denn das Aargauer Stimmvolk hat kürzlich die von Harmos geforderte Strukturharmonisierung (8/3/4) abgelehnt.

Im Herbst 2009 will die Aargauer Regierung die nächsten Schritte festlegen. Der Aargau bleibe im Bildungsraum aber weiterhin «an Bord», versprach Bildungsdirektor Alex Hürzeler. «Wir werden keinen Druck auf den Aargau ausüben», sagte Eymann, man respektiere den Volksentscheid und lasse den Aargau sein eigenes Tempo gehen. Die beiden Basel und Solothurn hoffen natürlich, dass sich der Aargau später wieder einklinkt.

Grosser Umbau der Volksschulen

In den beiden Basel und dem Kanton Solothurn findet das Harmos-Konkordat und - trotz einiger Kritik - auch das Sonderpädagogik-Konkordat Zustimmung. Und die drei Kantone geben Gas. Die beiden Konkordats-Vorlagen und die nötigen Gesetzesanpassungen sollen bis Ende 2009 den Parlamenten überwiesen werden. In Basel-Stadt soll der Grosse Rat über alle drei Vorlagen einzeln entscheiden können.

Mit der Umstellung auf das Harmos-Modell mit achtjähriger Primarstufe (inklusive zwei Jahre Kindergarten), drei Jahren Sekundarstufe mit drei Leistungszügen unter einem Dach und vier Jahren Gymnasium (kurz 8/3/4) kommen auf die Schulsysteme beider Basel massive Umbau-Projekte zu.

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