Der lange Kampf für einen Kanton Jura - von Bomben, Béliers und ausgebuhten Bundesräten

Der Jurakonflikt erschütterte einst die Schweiz. Es gab Brand- und Bombenanschläge.

Lucien Fluri
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Die jurassische Befreiungsfront, hinter der vor allem Marcel Boillat und Jean-Marie Jose steckten, begann 1963 mit Anschlägen. Im April und Juli brannten je ein Bauernhof, auf deren Gebiet der Bund einen Waffenplatz plante.
Die Jugendgruppe der Separatisten, die Béliers, sorgten immer wieder mit Aktionen für Aufsehen. Hier verbrannten sie 1969 vor dem Bundeshaus Zivilverteidigungsbüchlein.
Das Soldatendenkmal in Les Rangiers war mehrfach Ziel der Angriffe der Béliers. Hier wurde 1964 Bundesrat Paul Chaudet bei einer Rede ausgebuht. Später stahlen die Béliers den Kopf des Denkmals und zerstörten ihn schliesslich.
1978;: Freudenfeier im Berner Jura, nachdem die Schweizerinnen und Schweizer Ja zur Gründung des Kantons Jura gesagt hatten.
Die Gründung des Kantons Jura löste die Jurafrage noch nicht. In den 1970er- und anfangs der 1980er-Jahre kam es mehrfach zu Ausschreitungen im Berner Jura, in denen die Berner Polizei martialisch auftrat.
Höhe- und Wendepunkt der Auseinandersetzung: 1993 explodierte in Bern ein Auto bei einem versuchten Anschlag. 1994 kam es unter Ägide des Bundes zur Interjurassischen Konferenz, die den Konflikt lösen sollte.
Beim Anschlag in Bern verstarb der Aktivist Christophe Bader. Er plante einen Anschlag aufs Rathaus. Der Sprengstoff explodierte jedoch in seinem Auto.