Big Brother bringts in Baden

In der Bäderstadt gingen Vandalenschäden massiv zurück und zahlreiche Delikte wurden aufgeklärt. Die Bilanz ist eindrücklich: Seit es in den Parkhäusern der Stadt Videokameras gibt, gingen die Beschädigungen um das 20-Fache zurück. Bei etlichen Delikten konnte die Täterschaft aufgrund von Bildern eruiert werden.

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Video Baden

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Aargauer Zeitung

Roman Huber

Die einen sprechen von Überwachungsstaat, die andern fordern noch mehr Videokameras an öffentlichen Orten (AZ vom Mittwoch). So oder so: Die Realität ist, dass in Parkhäusern und an andern heiklen Orten in der Badener Innenstadt die Vandalenakte praktisch eliminiert worden sind, nachdem man Kameras installiert hatte. Am deutlichsten sagt es Tony Stalder, Leiter Abteilung Liegenschaften der Stadt Baden: «Seit unsere Parkhäuser überwacht werden, sind die Unterhaltskosten aufgrund von Vandalenschäden von über 200 000 Franken auf unter 10 000 Franken zurückgegangen.» Mit andern Wor-ten: Die Überwachung hat präventiv gewirkt; die Investitionskosten von rund 75 000 Franken pro Parkhaus haben sich mehrfach ausbezahlt.

In flagranti Diese Vandalen mussten dank Kamera für den verursachten Schaden in Baden geradestehen. (zvg)

In flagranti Diese Vandalen mussten dank Kamera für den verursachten Schaden in Baden geradestehen. (zvg)

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Auch zahlreiche Täter eruiert

Martin Zulauf, Chef Sicherheit der Stadt Baden, will keineswegs den Polizeistaat postulieren, vielmehr eine massvolle Überwachung an neuralgischen Orten: «Der Nutzen ist nicht von der Hand zu weisen.» Dank Videokameras hätten sich sogar zwei massive Überfälle klären lassen nebst zahlreichen Beschädigungen oder mutwilligem Auslösen von Feueralarmen. Auch Pneustecher habe man schon auf diesem Weg erwischt. All diese Täterschaften konnte man dank Überwachung überführen und zur Kasse bitten. Die Zahl von insgesamt 179 Kameras auf Stadtgebiet, davon 116 in den 9 Parkhäusern, will Zulauf jedoch relativiert haben: «Wir führen jede einzelne Kamera auf. Sind es in Parkhäusern rund 12 Kameras oder mehr, so stehen wir dazu.» Leider, so Zulauf, entstehe dadurch ein falsches Zahlenbild. In Baden sind auch keine Attrappen aufgehängt. Zulauf: «Früher hatten wir noch solche.»

Stalder sieht keine Probleme wegen des Datenschutzes: «Wir haben keinen Zugang zu Bildern. Liegt ein Schadenfall vor, so ist nur die Polizei befugt, zur Aufklärung die Bilder anzusehen.» Und diese würden nach einer Woche ohnehin gelöscht. Ausserdem braucht es für jede Kamera einen Überwachungszweck, die Überwachungszeiten wie auch die Datenauswertung und -speicherung bis zur -löschung bzw. Aufbewahrungsfristen müssen klar geregelt sein.

Ein weiteres Vandalenproblem besteht in Baden bei Schulanlagen in gewissen Aussenquartieren sowie bei Entsorgungsplätzen. Darum befasst sich das Ressort Sicherheit zurzeit mit der Beschaffung einer mobilen Überwachungsanlage. Doch dafür sind die Vorschriften des Datenschutzes noch schwieriger umzusetzen. Zudem braucht es dazu jeweils die notwendigen elektrischen Anschlüsse und Aufhängevorrichtungen.

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