Béglé

Béglé erwägt juristische Schritte

Claude Béglé verdient bei der Post 225000 Franken

Claude Béglé verdient bei der Post 225000 Franken

Der zurückgetretene Post-Präsident Claude Béglé prüft rechtliche Schritte: Er will seinen ramponierten Ruf wiederherstellen. Gegenüber Bundesrat Moritz Leuenberger empfindet er keinen Groll.

Martin Rupf

Seit seinem Rücktritt als Post-Präsident am vergangen Dienstag war es ruhig um Claude Béglé. In der Sonntagspresse meldet er sich nun erstmals wieder zu Wort. Der «NZZ am Sonntag» vertraute Béglé an, er habe einen Zürcher Anwalt engagiert, um rechtliche Schritte gegen seine Kritiker zu prüfen. Ein erster Versuch, Béglé hierzu zu befragen, scheiterte gestern, weil er gerade in der Kirche weilte. Beim zweiten Mal klappte es.

Herr Béglé, gegen wen prüfen Sie rechtliche Schritte?
Claude Béglé: Ich möchte mich dazu inhaltlich nicht äussern. Nur so viel: Ich fühle mich nach der Diffamierungskampagne in meiner Persönlichkeit verletzt. Meine Integrität und mein Leistungsnachweis wurden zu Unrecht infrage gestellt. Das möchte ich wieder korrigieren.

Wie verdauen Sie Ihren Rücktritt als Post-Präsident?
Béglé: Ich werde sehr bald für ein paar wenige Tage nach Angkor in Kambodscha reisen. Danach werde ich über meine Zukunftspläne nachdenken. Eines kann ich Ihnen versichern, ich werde nicht einfach im Garten sitzen und nichts tun.

Was schwebt Ihnen vor?
Béglé: Ich werde mich in neuen Projekten engagieren. Das können Projekte in der Privatwirtschaft, im öffentlichen Sektor oder im humanitären Gebiet sein. An Möglichkeiten fehlt es nicht. Schon einen Tag nach meinem Rücktritt wurden mir mehrere Angebote zugetragen.

Erhalten Sie eine Abgangsentschädigung?
Béglé: Ich erwarte nichts. Bei der Post ist es mir nie ums Geld gegangen. Sondern? Béglé: Trotz dem Rückgang der Mengen habe ich alles daran gesetzt, Entlassungen und Schliessungen von Poststellen zu vermeiden. Deshalb habe ich auch nach neuen Wachstumsmöglichkeiten gesucht - im In- wie auch im Ausland.

Bei Ihrem letzten öffentlichen Auftritt vergangenen Mittwoch wirkten Sie aufgewühlt. Wieso haben Sie sich einen Tag nach Ihrem Rücktritt nochmals den Medien gestellt?
Béglé: Ich wollte die Gründe für meinen Abgang erklären und meinen ramponierten Ruf wiederherstellen.

Was waren die Gründe?
Béglé: Mit Michel Kunz musste ich mit einem Post-Chef zusammenarbeiten, den ich nicht selber gewählt hatte - das war nicht korrekt. Vom ersten Tag an spürte ich den organisierten Widerstand gegen mich. Nach dem Rücktritt von Kunz wurde eine regelrechte Kampagne gegen mich gestartet. Am 8. Januar habe ich Bundesrat Leuenberger angeboten, freiwillig zurückzutreten, falls es nicht mehr länger geht. Leuenberger hat mir an diesem Tag versichert, dass er mich behalten wolle. Gleichzeitig teilte er mir aber mit, dass er nach möglichen Nachfolgern Ausschau halte - sein Plan B sozusagen.

Ein Plan, der nur elf Tage später mit Ihrem Rücktritt Realität wurde. Haben Sie sich für Leuenberger und die Post geopfert?
Béglé: Wenn man so will, ja. Mit meinem Rücktritt wollte ich dazu beitragen, dass die Post möglichst rasch wieder zur Ruhe kommt und zur Normalität zurückfindet. Gegenüber Herrn Leuenberger empfinde ich keinen Groll.

Ausschlaggebend für den fehlenden Rückhalt dürfte nicht zuletzt das Bekanntwerden ihres Engagements in Indien gewesen sein?
Béglé: Ich habe immer alles transparent gemacht; Leuenberger wusste von diesem Engagement. Es stimmt auch nicht, dass ich dort 75 Prozent angestellt war. Vereinbart war ein Pensum von 30 Stunden pro Woche. Das entspricht bei mir knapp einem halbem Wochenpensum. Mir war immer klar, dass ich mit dem Amt des Post-Präsidenten nicht voll ausgelastet war und dass ich die überschüssige Energie mit weiteren Engagements loswerden wollte.

Zusätzlich tauchte der Verdacht auf, Sie hätten in Dubai Steuern hinterzogen. Was ist an diesen Vorwürfen dran?
Béglé: Sehen Sie, deshalb habe ich zur letzten Pressekonferenz geladen, um diese Lügen aus der Welt zu schaffen. Ich habe nie Steuern hinterzogen. Dagegen spricht auch, dass ich immer alles transparent gemacht habe und in meinem Vertrag meine Schweizer

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