Café Fédéral

Bezahlte Ferien für Politiker? Damit erntet man Unverständnis und Spott

Finanzielle Entschädigung bei Freiwilligenarbeit? Da gehen die Meinungen auseinander.

Finanzielle Entschädigung bei Freiwilligenarbeit? Da gehen die Meinungen auseinander.

Ob Fussballclub, Dorfmusik oder Theaterverein: Zehntausende Schweizer und Schweizerinnen leisten Freiwilligenarbeit, damit andere ihren Hobbys frönen können.

Die finanzielle Entschädigung ist bescheiden bis inexistent. Anspruch auf bezahlte Ferientage haben Pfadileiter und Co. bis jetzt noch nicht erhoben. Anders präsentiert sich das Bild in der Politik.

Franziska Roth, sozialdemokratische Nationalrätin aus dem Kanton Solothurn, verlangte in einer Motion zwei Wochen bezahlten Urlaub für Arbeitnehmer mit einem offiziellen politischen Amt. Man mag argumentierten, es gebe ja Sitzungsgeld. Doch Roth entkräftet diesen Einwand: Man verrechne es mit dem regulären Lohn.

Der Bundesrat hat für das SP-Anliegen aber kein Musikgehör, obwohl die Eidgenossenschaft mit den eigenen Angestellten grosszügig ist. Sie gewährt ihnen bezahlten Urlaub für drei Politwochen. Dass die privaten Unternehmen bald nachziehen müssen, ist unwahrscheinlich. Denn im bürgerlichen Lager hat man für Roths Forderung nur Unverständnis und Spott übrig.

Der Nidwaldner SVP-Nationalrat Peter Keller formulierte es gegenüber dem «Blick» so: «Es würde mich nicht wundern, wenn die SP als Nächstes zwei bezahlte Ferienwochen verlangt, damit wir an Klima-Demos gehen können.» Die ehrenamtlichen Vereinsmeier hat Roth in ihrem Vorstoss jedenfalls nicht erwähnt. Man könnte fast denken: Die SP politisiert für wenige statt für alle.

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