Neue Vorschriften

Bewilligungspflicht zum Wohl und Schutz des Kindes

Qualität bei Betreuung angestrebt

Qualität bei Betreuung angestrebt

Die Betreuung von Kindern durch Tagesmütter, Krippen oder Kindertagesstätten soll bewilligungspflichtig werden. Damit will der Bundesrat durchsetzen, dass in der ausserfamiliären Kinderbetreuung Qualitätsstandards eingehalten werden.

Wie der Bundesrat mitteilte, hat er die Pflegekinderverordnung umfassend revidiert. Er schickt sie bis am 15. September 2009 unter dem neuen Namen Kinderbetreuungsverordnung in die Vernehmlassung.

Darin macht er den zuständigen Behörden, den Betreuungspersonen, den Institutionen für die Tagesbetreuung sowie den Platzierungsorganisationen Qualitätsvorgaben.

Jeder Kanton muss künftig eine Fachbehörde schaffen. Diese soll die Weiterbildung und Beratung von Betreuungspersonen sicherstellen. Vor allem aber erteilt oder verwehrt sie den Betreuungspersonen, den Institutionen für die Tagesbetreuung sowie den Platzierungsorganisationen die Bewilligung.

Während Krippen und Kindertagesstätten schon bewilligungspflichtig waren, sind es nun auch Tagesmütter und Pflegefamilien. Letztere brauchten bislang nur eine Bewilligung, wenn das Betreuungsverhältnis mehr als drei Monate dauerte.

Keine Bewilligung brauchen aber nach wie vor Freunde einer Familie oder Nachbarn, die ein Kind zwar regelmässig aber weniger als 20 Stunden pro Woche hüten. "Es braucht erst eine Bewilligung, sobald das Betreuungsverhältnis eine gewisse Intensität annimmt", sagte Judith Wyder vom Bundesamt für Justiz.

Das einzelne Betreuungsverhältnis soll hingegen durch die Kindesschutzbehörde oder die Eltern beaufsichtigt werden, die den Entscheid über die Platzierung getroffen haben.

Im Zentrum stünden das Wohl und der Schutz des Kindes. Wer sein Kind ausserhalb des engsten Familienkreises betreuen lasse, müsse sich auf Qualitätsstandards verlassen können, begründet der Bundesrat die neuen Vorschriften.

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