Konrad Adenauer (CDU) war im Jahr 1957 der bislang einzige deutsche Kanzler, der vor dem US-Kongress sprach. Nach der Rede will Merkel die Heimreise nach Berlin antreten.Merkel hatte den Termin für die Rede bewusst in die Woche vor dem 20. Jahrestag des Mauerfalls gelegt. In teils emotionalen Passagen erinnerte die Physikerin dabei auch an ihr eigenes Schicksal als DDR-Bürgerin und ihre damalige Sehnsucht nach Freiheit und ihre Begeisterung für die USA. «Niemals werden wir - werde ich ganz persönlich - Ihnen das vergessen», sagte Merkel im Hinblick auf die US-Hilfe zum Fall der Mauer vor 20 Jahren.

Sie erzählte, wie sie sich als Teenager für eine bestimmte Jeans-Marke interessierte, die ihr ihre Tante aus dem Westen schickte. Und sie erzählte, wie sie sich ein Bild von den USA aus Büchern machte, die Verwandte über die innerdeutsche Grenze schmuggelten. «Ich habe mich begeistert für den American Dream: Die Möglichkeit für jeden Erfolg zu haben, durch eigene Anstrengung es zu etwas zu bringen.»

Am meisten Applaus erhielt Merkel für ihre Ausführung über den Atomstreit mit dem Iran. «Eine Atombombe in der Hand des iranischen Präsidenten, der den Holocaust leugnet und Israel das Existenzrecht abspricht, darf es nicht geben», sagte sie, und drohte Teheran erneut mit einer deutlichen Verschärfung von Sanktionen. «Wer Israel bedroht, bedroht auch uns.»