Schweiz

«Beunruhigend»: Gesundheitsminister Alain Berset nimmt Stellung zur Coronasituation

Alain Berset trat am Montag nach einem Besuch in St.Gallen vor die Medien und sprach über die jüngsten Entwicklungen.

Alain Berset trat am Montag nach einem Besuch in St.Gallen vor die Medien und sprach über die jüngsten Entwicklungen.

Gesundheitsminister Alain Berset nahm am Montag in St.Gallen Stellung zu den stark steigenden Coronafallzahlen. Regionale Lockdowns sind laut dem Bundesrat vorstellbar, aber Sache der Kantone.

(nat/agl) An einer Medienkonferenz am Montag in St. Gallen nannte Alain Berset die derzeitige Coronasituation in der Schweiz «beunruhigend». Aufgrund steigender Fallzahlen appellierte der Gesundheitsminister an die Bevölkerung und wiederholte die wichtigsten Massnahmen zur Pandemiebekämpfung: Vorsichtig bleiben, Abstand halten, Masken tragen, sich bei ersten Symptomen testen lassen und zu Hause bleiben.

Positiv ist laut Berset dagegen, dass die Zahl der Hospitalisationen weiter unter Kontrolle sei. Zudem gebe es – im Gegensatz zum Frühjahr – nur noch wenige versteckte Infektionen. Experten gehen davon aus, dass derzeit die Hälfte der Fälle entdeckt werden. Im Frühjahr sollen es nur etwa zehn Prozent gewesen sein. Zudem nutzt die Schweiz laut Berset im Moment nur etwa die Hälfe der maximal möglichen 35'000 Tests pro Tag. Schnelltests sollen ebenfalls bald verfügbar sein. Die Zertifizierung laufe.

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Lockdowns in einzelnen Kantonen vorstellbar

Was die Coronastrategie von Bund und Kantonen betrifft, müsse die Schweiz weiterhin flexibel und anpassungsfähig bleiben, warb Berset am Montag vor den Medien für Verständnis. Diese sei ohnehin ständig in Entwicklung und ändere sich jeden Tag. «Der Bundesrat überprüft derzeit die Quarantäneregeln», sagte Berset. Lockerungen hierzu werden vor allem von der Reise- und Flugbranche gefordert. Auch Lockdowns in einzelnen Kantonen oder Regionen sind laut Berset vorstellbar. Diese wären aber Sache des jeweiligen Kantons.

Bei seinem Besuch in der Ostschweiz hat sich Bundesrat Berset auch das Fussballstadion des FC St.Gallen und das dortige Schutzkonzept für Grossveranstaltungen angeschaut: «Im Kybunpark wurde mir heute gezeigt, wie Grossveranstaltungen mit 10'000 Zuschauern funktionieren können», sagte der Gesundheitsminister. Allgemein seien die ersten Erfahrungen mit Grossanlässen bisher positiv. Doch Berset betonte auch die Wichtigkeit eines guten Schutzkonzeptes. Denn das Risiko an privaten Anlässen ohne genügend Massnahmen könne sogar noch grösser sein als an Grossveranstaltungen.

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