Besorgte Juden fordern Ende der Blockade palästinensischer Gebiete

Checkpoint an der israelischen Grenze

Checkpoint an der israelischen Grenze

Juden aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Israel haben die israelische Regierung zu einer radikalen Änderung ihrer Politik aufgerufen. In einem Appell fordern sie das Ende der Besatzung, Besiedlung und Blockade palästinensischer Gebiete.

Zudem müssten alle Menschen in Israel und Palästina in Sicherheit und Würde leben können. Der Appell, der im Internet unterzeichnet werden kann, wurde vom Menschenrechtsaktivisten Jochi Weil-Goldstein lanciert und richtet sich an die rund 13 Millionen Juden und Jüdinnen weltweit.

Die 23 Erstunterzeichner, darunter die Organisation Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina, hoffen, dass sich eine nie dagewesene Anzahl von Juden ausserhalb Israels von der Politik der Regierung in Jerusalem distanziert.

Die Situation im Nahen Osten sei eine sich ständig verschlimmernde Tragödie, sagte Weil-Goldstein vor den Medien in Bern: "Wenn wir gegenüber dem Unrecht der seit 1967 andauernden Besatzung palästinensischer Gebiete und der Entwürdigung der Menschen dort schweigen, gilt dies aus meiner Sicht indirekt als Zustimmung".

Für den früheren Schweizer Botschafter Philippe Lévy ist die Kritik an der Politik Israels eine moralische Notwendigkeit. Wenn ein Familienmitglied ein Verhalten an den Tag lege, das "sittlich unakzeptabel" sei, dann müssten sich die anderen Familienmitglieder von ihm distanzieren, sagte Lévy.

Der Appell sei auch ein Ausdruck der Verzweiflung gegenüber der aktuellen politischen Entwicklung, sagte Weil-Goldstein. Wenn von der israelischen Regierung nicht bald Verhandlungen mit den Palästinensern aufgenommen würden, sei die Möglichkeit eines Friedens möglicherweise für immer vertan.

Die Initianten seien sich jedoch bewusst, dass angesichts der neuen rechtsgerichteten Regierung in Israel und der Folgen des Krieges im Gaza-Streifen die Aussichten auf Erfolg gering seien.

(Notiz: Der Appell im Internet: www.humanrights-in-israel.ch)

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