Sie sind beliebt bei Jung und Alt: Die Besenbeizen, in denen die Bauern im Sommer Wanderer und Ausflügler unkompliziert bewirten: Mit eigenem Schinken, selbstgebackenem Brot und frisch gepresstem Süssmost. Und die Bauern verdienen so erst noch ein Zubrot zu ihrem oft kärglichen Einkommen. Das freut alle.

Alle, ausser den Gewerbeverband. Diesem sind die Besenbeizen der Bauern ein Dorn im Auge. Ebenso skeptisch schaut der Gewerbeverband auf Bauern, die ein paar Franken zusätzlich verdienen, indem sie Gäste im Stroh schlafen lassen oder für Dritte Waren transportieren.

Das macht Rudolf Horber, Chefökonom des Schweizerischen Gewerbeverbandes, in der Sendung «Duell Aktuell» auf Tele M1 vom Dienstagabend klar. Die Landwirtschaft müsse sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: «Es ist nicht gut, wenn Bauern immer mehr Tätigkeiten ausüben, die das Gewerbe bedrohen», sagt Horber. «Bei den Bäckern, Metzgern und Wirten ist Unmut vorhanden.»

Keine Subventionen für Besenbeizen mehr

Besonders störend für den Gewerbeverband ist, dass die Bauern gleichzeitig Direktzahlen vom Staat beziehen - im Gegensatz zu den Gewerblern, die sie konkurrenzieren. «Der Staat darf den Nebenerwerb der Bauern nicht mehr unterstützen», sagt Horber.

Bauer und SVP-Nationalrat Walter Glur lässt in der Talksendung «Duell Aktuell» unter der Leitung von Werner De Schepper die Vorwürfe der Gewerbler nicht auf sich sitzen. Und dreht den Spiess um: «Warum brauchen die Bauern überhaupt einen Nebenerwerb?», fragt er. Und gibt die Antwort gleich selber: «Man zwingt uns in den Nebenerwerb, weil wir für die Lebensmittel viel zu wenig bekommen», klagt Glur. So verdiene ein Bauer mit modernem Stall pro Stunde gerade noch zwölf Franken. (mäd)