Nahost - Gaza

Besatzung von Gaza-Hilfsschiff wartet auf Abschiebung aus Israel

Ein junger Brite wird von Bord der "Rachel Corrie" gebracht

Ein junger Brite wird von Bord der "Rachel Corrie" gebracht

Nach dem gewaltfreien Stopp des Frachters «Rachel Corrie» mit Hilfsgütern für den Gazastreifen hat Israel weitere pro-palästinensische Aktivisten abgeschoben. Weltweit und auch in Israel selbst kam es am Wochenende zu Protesten gegen die israelische Regierung.

Die ersten sieben der 19 Aktivisten von Bord der "Rachel Corrie" reisten über die Allenby-Brücke nach Jordanien aus, wie der Sprecher des israelischen Aussenministeriums, Jigal Palmor, bestätigte. Die anderen sollten vom Ben-Gurion-Flughafen aus zurück in ihre Heimatländer reisen.

Die israelische Marine hatte den unter irischer Flagge fahrenden Frachter am Samstag nach mehreren Warnungen in internationalen Gewässern vor der Küste des Gazastreifens aufgebracht. Die Aktivisten, darunter die 66-jähige nordirische Nobelpreisträgerin Mairead Maguire liessen die Soldaten widerstandslos an Bord.

Das israelische Radio meldete, an Bord der "Rachel Corrie", die in den Hafen Aschdod gebracht wurde, seien keine Waffen gefunden worden. Teil der Fracht seien jedoch 500 Tonnen Zement, dessen Einfuhr in den Gazastreifen Israel verbietet.

Am Montag zuvor waren bei der blutigen Erstürmung des türkischen Schiffes "Mavi Marmara" neun Aktivisten getötet und Dutzende verletzt worden. Weltweit gingen Demonstrationen gegen Israels Blockadepolitik im Gazastreifen weiter. Auch in der Schweiz demonstrierten am Samstag rund 500 Menschen in Genf und Basel gegen die Gaza-Blockade Israels.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat nach Presseberichten mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu über die Einrichtung einer internationalen Untersuchungskommission gesprochen, die die Erstürmung einer Hilfsflotte für den Gazastreifen aufklären soll.

An einer solchen Kommission sollten die USA, die Türkei und Israel beteiligt sein, sagte Ban laut israelischen Zeitungsberichten in einem Telefongespräch mit Netanjahu. Eine offizielle Reaktion Israels zum Vorschlag gab es zunächst nicht.

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