Das Winterthurer Architekturbüro scheint eine besondere Affinität zu Lenzburger Schulbauprojekten zu entwickeln: Bereits die im letzten September offiziell eingeweihte Dreifachturnhalle Angelrain wurde von Stutz + Bolt + Partner geplant.

Nun gewann das von Dario Oechsli ausgearbeitete Projekt Puzzle gleich beide Wettbewerbe für die anstehende Erweiterung der Berufsschule Lenzburg (BSL). Mit Puzzle A legte er die überzeugendste Lösung für den Neubau eines Weiterbildungszentrums inmitten des BSL-Areals vor und kam mit Puzzle B bei der Erweiterung der Mensa samt neuem Aussenzugang zur Aula in die Kränze.

Gut, einfach und überzeugend

Oechslis Arbeiten überzeugten die Jury nicht zuletzt durch ihre Gradlinigkeit. Stadtbaumeister Richard Buchmüller nahm an der Vernissage der Wettbewerbsarbeiten im Hero-Wohlfahrtshaus die Würdigung der Siegerarbeiten vor und attestierte ihnen «gute, einfache und überzeugende Lösungen».

Der aus verschiedenen dunkel verkleideten Quadern gebildete Weiterbildungsbau ist äusserlich geprägt durch das zurückgezogene Erdgeschoss und weist im Innern «eine bestechende Treppenhauslösung mit dem Lichthof von oben» (Buchmüller) auf.

Knifflige Aufgabe

Im Bericht des Preisgerichts ist erwähnt, dass selbst das Siegerprojekt noch Optimierungspotenzial aufweist; erwähnt sind die Anordnung der WC-Anlagen und die Unterteilungsmöglichkeiten des im Dachgeschoss untergebrachten Seminarraums.

Gesamthaft sei das Niveau des Wettbewerbs sehr hoch gewesen, hielten Stadtammann Hans Huber als Jurypräsident und der als Fachpreisrichter in der Jury sitzende Architekt René Birri (Stein) unisono fest. «Alle eingereichten Arbeiten weisen gute Ideen auf», so Huber. Dabei sei «die Aufgabe bei den kleinen Volumen knifflig» gewesen, so Birri.

Vorfreude beim Rektor

BSL-Rektor Ruedi Suter machte ebenfalls allen zehn nach der Präqualifikation für den Wettbewerb zugelassenen Büros «ein grosses Kompliment». Er zeigte sich «beeindruckt von der Vielfalt der Lösungsansätze» und hoffe jetzt auf «eine schnelle Realisierung» liess er seine Vorfreude durchblicken.

Suter stellte die gestaffelt vorgesehenen Erweiterungsbauten in einen aktuellen konjunkturellen Zusammenhang und fand es «in der heutigen Zeit sicher nicht schlecht, wenn die öffentliche Hand derart viel investiert». In rezessiven Phasen gewänne zudem die Weiterbildung eine immer grössere Bedeutung: «Wir sehen hier ein riesiges Potenzial, nur hat uns dafür bisher die Infrastruktur gefehlt.» Mit den Puzzlesteinen A und B soll nun das Manko beseitigt und die Zukunft der BSL gesichert werden. (mz/tf/aen)