von Thomas Röthlin

Im Nebenbau der BSA in der Aarauer Telli treffen Suppendüfte von Kochlehrlingen auf Lösungsmitteldämpfe von angehenden Malern. Und die Mensa wurde gebaut, als die Berufsfachschule noch über tausend Schüler weniger hatte. Sie kaufte 2007 deshalb ein Nachbargrundstück, das kurz vor der Umzonung steht. Hier bauen die Aarauer Architekten Felber Widmer Kim ein zweigeschossiges Haus mit Schulzimmern für die Lebensmittelberufe - passenderweise gleich neben der vergrösserten Mensa. Es soll 2012 bezogen werden.

Die Trägerin der BSA ist die Standortgemeinde Aarau. Der Einwohnerrat und die Stimmbürger befinden nächstes Jahr über den nötigen 13,6-Millionen-Kredit für den Erweiterungsbau. Die Finanzierung verteilt sich jedoch auf all jene Gemeinden, in denen Berufsschüler wohnen, die in Aarau unterrichtet werden. Weil die Schule in den letzten Jahren Reserven bildete, ist weder eine Vorfinanzierung durch die Stadtkasse noch eine Erhöhung der Gemeindebeiträge nötig.

Rektor Ueli Meyer stellt im Gegenteil in Aussicht, die Beiträge zu senken, jetzt, da nach einer neuen Aula und einer Dachsanierung auch die grössere Mensa und die neuen Schulzimmer finanziell gesichert sind. Die Wohnortsbeiträge sind je nach Berufsfachschule verschieden, für die BSA betragen sie derzeit 2300 Franken pro Schüler und Jahr. Einer der tiefsten Beiträge, bestätigt Frank Ammann, Controller in der Abteilung Berufsbildung und Mittelschule des Bildungsdepartements.

Der Kanton subventioniert in der Berufsbildung einerseits Pflichtlektionen in Form von Schülerpauschalen, andererseits Bauvorhaben. Die BSA habe bis heute kein Subventionsgesuch für den Neubau eingereicht, sagt Ammann. Weil der Kanton gemäss Gesetz die gelehrten Berufe auf die Schulstandorte verteilt und dabei darauf achtet, dass der vorhandene Raum optimal genutzt wird, musste die BSA aber auf grünes Licht vom Departement Bildung, Kultur und Sport warten. Der Bedarf für mehr Platz sei anerkannt worden, weil nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ ausgebaut werde, so Ueli Meyer.

Stadtbaumeister Felix Fuchs sitzt in der Projektdelegation, die fünf Studienaufträge beurteilte. Sie waren nach der öffentlichen Ausschreibung des Auftrags in die engere Wahl gekommen. Er lobt die Nachhaltigkeit des Siegerprojekts punkto Energieverbrauch und die sinnvolle räumliche Kombination von Mensaküche und Kochschulzimmern.

Rektor Meyer will mit der baulichen Erweiterung die Voraussetzungen für einen Berufsbildungscampus in Aarau schaffen. Beim Kanton geht man davon aus, dass der Wirtschaftsabschwung zu weniger Lehrstellen führen wird, wie Kathrin Hunziker, Leiterin der Abteilung Berufsbildung und Mittelschulen, an einer Medienkonferenz zum soeben begonnen Schuljahr sagte. Mit der Abnahme der Schülerzahl droht die Zusammenlegung von Schulen.