Rücktritt Calmy-Rey

Berset und Maillard sind die Top-Favoriten für Calmy-Reys Nachfolge

Der Rücktritt von Micheline Calmy-Rey dürfte das zumindest vorläufige Ende der Frauenmehrheit im Bundesrat markieren. Wahrscheinlich ist, dass auf Calmy-Rey ein Mann aus der Romandie folgt.

Dass das Parlament die Genferin Calmy-Rey mit einem Deutschschweizer ersetzt, ist unwahrscheinlich, da in diesem Fall der Neuenburger Didier Burkhalter der einzige Romand im Gremium wäre.

Zu den Favoriten für die Nachfolge gehört der Freiburger Ständerat Alain Berset. Der 39-Jährige, der in der kleinen Kammer mit wohlüberlegten Voten und staatsmännischem Auftreten auf sich aufmerksam macht, geniesst auch im bürgerlichen Lager Sympathien. Profiliert hat er sich vorab in der Wirtschaftspolitik.

Engagierter Regierungsrat

Anspruch auf einen Sitz dürfte indes auch der Kanton Waadt anmelden, der in der Vergangenheit etliche Bundesräte stellte, seit dem Rücktritt von Jean-Pascal Delamuraz im Jahr 1998 aber nicht mehr in der Landesregierung vertreten war. Favorit aus der Waadt ist Pierre-Yves Maillard, Regierungsrat und Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz.

Maillard gilt als engagierter, kompetenter Politiker und verfügt - anders als Berset - über Exekutiverfahrung. Sein prononciert linkes Profil sowie seine pointierten Äusserungen zur Gesundheitspolitik könnten ihn jedoch Stimmen kosten. In Bern ist er sieben Jahre nach seinem Wechsel vom Nationalrat in die Kantonsregierung zudem nicht mehr so vernetzt wie Berset.

SP Frauen bringen Frauen ins Spiel

Für die SP Frauen ist eine lateinische Frauen- ebenso gut möglich wie eine Männerkandidatur. Mit den Ständerätinnen Liliane Maury Pasquier (GE), Géraldine Savary (VD), der Nationalrätin Marina Carobbio Guscetti (TI), den Regierungsrätinnen Anne-Catherine Lyon (VD) oder Elisabeth Baume-Schneider (JU) stünden hochkarätige Politikerinnen aus der lateinischen Schweiz für eine Nachfolge bereit, heisst es in einer Medienmitteilung.

Neben der Romandie könnte auch der Kanton Tessin Ansprüche anmelden. Seit dem Rücktritt von Flavio Cotti 1999 ist der Südkanton nicht mehr in der Landesregierung vertreten.

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