Bern
Berner Nationalrat Alec von Graffenried tritt zurück

Der Grüne Berner Nationalrat Alec von Graffenried stellt sich bei den eidgenössischen Wahlen im kommenden Herbst nicht mehr zur Wiederwahl. Der 50-Jährige tritt bereits in der Junisession 2015 zurück.

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Alec von Graffenried.

Alec von Graffenried.

Keystone

Er begründet seinen Schritt mit der Kumulation der Belastungen in Beruf, Politik und Familie. Von Graffenried will sich auf seine berufliche Arbeit beim Baukonzern Losinger Marazzi konzentrieren, wie er in einem am Mittwoch von der Partei veröffentlichten Rücktrittsschreiben sagt. Dieses soll nächste Woche an den Nationalratspräsidenten gesandt werden.

Die Grünen bedauern von Graffenrieds Rücktrittsankündigung, wie sie in einer Mitteilung schreiben. In seinen acht Jahren als Nationalrat habe von Graffenried die Grünen stark geprägt, zu einer breiten Abstützung der Partei beigetragen und unzählige Projekte initiiert und mitgeprägt.

Von Graffenrieds Rücktritt stellt die Grünen acht Monate vor den Eidgenössischen Wahlen vor organisatorische Herausforderungen. Die Partei wird alles daran setzen, die Nachfolge vonGraffenrieds schnellstmöglichst zu klären, wie sie in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

Bei den Nationalratswahlen 2011 landete der Berner Solarpionier Urs Muntwyler auf dem ersten Ersatzplatz. Ob er auf von Graffenrieds Platz nachrutscht, ist noch offen. Entsprechende Gespräche seien im Gang, sagte Grünen-Präsident Blaise Kropf auf Anfrage.

Besetzt werden muss auch die nun frei werdende Linie auf der Nationalratsliste. Sie steht nach geltender Regelung der Grünen Freien Liste der Stadt Bern zu. Wer dort allenfalls in Frage kommt, ist ebenfalls noch offen.

Wohl eher nicht Jo Lang

Dass nun eine Kandidatur von alt Nationalrat Jo Lang doch wieder ein Thema wird, glaubt Kropf nicht. Die Linie stehe der Stadtberner Grünen Freien Liste zu.

Der ehemalige Zuger Nationalrat Lang schaffte 2011 die Wiederwahl nicht. Unterdessen ist er in den Kanton Bern gezogen und liebäugelte mit einer Kandidatur.

Auf Seiten der Grünen hielt sich dieses Interesse aber in Grenzen. Sie setzen lieber auf Kandidaten vom Land, um die Regionen nicht zu vernachlässigen.

Der Vorstand der Grünen Kanton Bern wird das weitere Vorgehen an seiner Sitzung vom 16. März klären, sodass die Delegiertenversammlung am 5. Mai die Nachnomination vornehmen kann.