Ferieninitiative
Berner Komitee ist gegen längere Ferien

Politiker, vorab aus bürgerlichen Parteien, Unternehmer und Vertreter der Wirtschaftsverbände haben sich im Kanton Bern zu einem Komitee gegen die eidgenössische Ferieninitiative zusammengeschlossen. Das Volksbegehren kommt im März an die Urnen.

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Eine Initiative fordert mindestens sechs Wochen Ferien pro Jahr. (Symbolbild)

Eine Initiative fordert mindestens sechs Wochen Ferien pro Jahr. (Symbolbild)

Die Initiative fordert für alle Arbeitnehmenden mindestens sechs Wochen bezahlte Ferien pro Jahr. Damit würden sich die hohen Produktionskosten in der Schweiz weiter verschärfen, befürchtet das Berner Nein-Komitee in einer Mitteilung vom Montag.

Die Betriebe würden jährlich mit rund sechs Milliarden Franken zusätzlich belasten. Die Initiative gefährde somit Arbeitsplätze und Wohlstand, heisst es in der Mitteilung weiter.

Längere ferien bedeuten auch längere Arbeitszeiten

2009 reichte der Arbeitnehmerdachverband Travail.Suisse bei der Bundeskanzlei die Initiative mit über 107'000 Unterschriften ein. Der Bundesrat lehnte die Initiative 2010 ohne Gegenvorschlag ab.

Längere Ferien könnten den Spielraum für Lohnerhöhungen oder Arbeitszeitverkürzungen einschränken, führte die Landesregierung aus. Ein Anspruch auf mehr Ferien garantiere nicht, dass der Arbeitgeber zusätzliches Personal anstelle. Sehe er davon ab, bedeuteten längere Ferien auch längere Arbeitszeiten und zusätzlichen Stress.

Nach Ansicht der Initianten sind die bisherigen vier Wochen Ferien zuwenig. Die Gewerkschaften verweisen auf die gestiegene Arbeitsbelastung. Heute leide fast die Hälfte der Erwerbstätigen am Arbeitsplatz unter Stress, geben sie zu bedenken.