Kokain-Affäre
Berner Kantonspolizei zeigt SVP-Nationalrat Luzi Stamm an, weil er Kokain gekauft hat

Neues in der Kokain-Affäre um den Aargauer SVP-Nationalrat Luzi Stamm: Die Kantonspolizei Bern soll den 66-jährigen Rechtsanwalt aus Baden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt haben.

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Luzi Stamm hat eine Anzeige wegen Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz am Hals.

Luzi Stamm hat eine Anzeige wegen Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz am Hals.

AZ

SVP-Nationalrat Luzi Stamm muss sich wegen Drogenbesitzes vor der Justiz verantworten. Die Kantonspolizei Bern hat Stamm nun bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Sprecherin Jolanda Egger bestätigte am Donnerstagabend einen entsprechenden Online-Bericht des "Blick".

Die Berner Kantonspolizei nahm daraufhin Ermittlungen auf. Stamm sei im Zuge der Abklärungen einvernommen worden, bestätigte Egger nun. Weitere Angaben zu den Ermittlungen machte die Kantonspolizei offenbar nicht.

Der SVP-Nationalrat und ehemalige Gerichtspräsident hat sich mit seinem Kokain-Kauf strafbar gemacht: Sein Vorgehen könnte ihm gemäss Betäubungsmittelgesetz bis zu drei Jahren Gefängnis einbringen.

Auszeit verordnet – nun zurück in den Nationalrat?

Erst vor wenigen Tagen war von einer Rückkehr Stamms die Rede: «Luzi Stamm kehrt bald ins Bundeshaus zurück», sagte Thomas Burgherr, Präsident der Aargauer SVP gegenüber der «SonntagsZeitung». Einen Monat zuvor wurde Stamm von der Aargauer SVP dazu gebracht, eine Auszeit zu nehmen und sich ärztlich behandeln zu lassen. Nun gehe es Stamm besser und er werde im Mai an der Sondersession des Nationalrats teilnehmen, sagte Burgherr.

Er wollte den Drogenring sprengen

Der SVP-Nationalrat und Jurist hatte Anfang März in Bern undercover ein Gramm Kokain für 40 Franken gekauft. Er nahm das Kokain zunächst mit ins Parlament und meldete den Vorfall am nächsten Tag der Polizei. Das Pulver hatte Stamm nach eigenen Angaben einem Strassenmusiker abgekauft, der ihm die Drogen angeboten hatte. Seine Begründung: er wolle den Kokainring in der Schweiz sprengen und die Politik wachrütteln.

Später wurde zudem bekannt, dass er bereits in der Wintersession einen Koffer mit einer Million Euro Falschgeld ins Parlament gebracht hatte. Das Geld gehörte gemäss Rechtsanwalt Stamm einem seiner Klienten.

(edi)