Ihm zufolge sollen künftig die Gemeinden die Mitgliederbeiträge für die SKOS bezahlen und so auch selber bestimmen können, ob sie diesem Verein angehören wollen oder nicht. Derzeit bezahlt der Kanton Bern die Beiträge. Das kommt für den Urheber des Vorstosses, einen SVP-Grossrat, einer Zwangsmitgliedschaft gleich.

Die Berner Regierung wandte sich im Kantonsparlament gegen eine Änderung der geltenden Praxis. Die Mitgliedschaft der Gemeinden in derSKOS bringe den Sozialarbeitenden einen grossen Nutzen und gewähre eine einheitliche Praxis im gesamten Kanton. Der Grosse Rat überwies die Motion mit 82 zu 60 Stimmen bei 7 Enthaltungen.

Die SKOS ist jene Institution, die Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe in der Schweiz erarbeitet. Die Anwendung derSKOS-Richtlinien ist im Kanton Bern - wie in praktisch allen anderen Kantonen - verbindlich. Die Mitgliedschaft der Gemeinden hingegen ist freiwillig.

Die Institution geriet in den letzten Jahren unter Druck; einzelne Schweizer Gemeinden haben den Fachverband verlassen. Ausgelöst hatte die Debatte ein Bundesgerichtsurteil im Fall der Gemeinde Berikon. Die Aargauer Gemeinde wurde zurückgepfiffen, weil sie einem unkooperativen Sozialhilfebezüger die Sozialhilfe strich.