Ständerat

Berner FDP schickt Markwalder ins Rennen um freien Ständeratssitz

Christa Markwalder kandidiert für Sitz im Ständerat

Christa Markwalder

Christa Markwalder kandidiert für Sitz im Ständerat

Nationalrätin Christa Markwalder soll für die FDP den freien Berner Sitz im Ständerat erobern. Die Delegierten der bernischen Kantonalpartei nominierten sie am Mittwochabend in Langenthal für die Ersatzwahl vom kommenden Februar.

Nach gut zwei Stunden wagten sich die FDP-Delegierten gestern Abend in der Motorex Langenthal an das Pièce de Résistance der Delegiertenversammlung, die Nomination einer Kandidatin für die Ersatzwahl in den Ständerat vom 13. Februar 2011. Regierungsrat Hans-Jürg Käser, «Götti» von Corinne Schmidhauser, meinte: «Ich weiss, dass sie als ehemalige Spitzenskirennfahrerin einteilen und sich durchbeissen kann. Sie ist auch eine solide Gemeindepolitikerin und bewährte Frau im Grossen Rat.» Und Schmidhauser sei für den bilateralen Weg, erinnerte Käser an einen Unterschied zur EU-Befürworterin Christa Markwalder.

Deren «Götti», Nationalrat Christian Wasserfallen, hielt mit der Bemerkung dagegen, bei Markwalder wisse man, woran man sei. «Christa Markwalder ist eine tiefgründige und scharfzüngige Argumentatorin.» Wasserfallen verwies auch an das beste Berner-FDP-Resultat, das Markwalder bei den Nationalratswahlen 2007 erzielt habe. «Sie spricht ein extrabreites Wählersegment an. Und genau das braucht es bei einer Majorzwahl.»

Schmidhauser sichert Unterstützung zu

Die zahlreichen Voten von Delegierten fielen ausgeglichen aus. Mit der EU-Befürworterin Markwalder würde die FDP der Konkurrenz einen Steilpass spielen, hiess es einerseits. Andere hielten dem entgegen, die versierte Markwalder sei keine Einthemen-Frau. Und ihr Leistungsausweis sei erdrückend. «Nominieren sie mit Überzeugung Christa Markwalder», appellierte eine Delegierte und erntete dafür Applaus.

Bei der geheim durchgeführten Wahl obsiegte denn auch Christa Markwalder mit 144 Stimmen. Von den 197 gültigen Stimmen entfielen 53 auf Corinne Schmidhauser. Diese sicherte Markwalder ihre volle Unterstüzung zu. Die Ständeratskandidatin forderte alle dazu auf, jetzt zusammenzustehen, um gemeinsam den 2003 verlorenen FDP-Sitz im Ständerat zurückzuholen. «Dazu braucht es das volle Engagement.»

Ovation für Schneider-Ammann

Den erstmals als Bundesrat bei seiner Partei anwesenden Johann Schneider-Ammann begrüssten die Delegierten herzlich mit einer kurzen Stehenden Ovation. Der Bundesrat forderte die Delegierten auf, nicht gegen «die Polarisierenden» anzutreten. «Wir müssen uns selber sein und so den Weg finden, um Mandate zu gewinnen.» Er verneinte das Bestehen einer Langenthal-Connection gegen Christa Markwalder, wie in Medien behauptet. Der Bundesrat appellierte, am 13. Februar und bei den Wahlen im Herbst zusammenzustehen und so Mandate zu gewinnen. Zu den Abstimmungsvorlagen vom 28. November hat die FDP-Geschäftsleitung laut Präsident Peter Flück ein Nein zur Ausschaffungsinitiative der SVP und ein Ja zum Gegenvorschlag beschlossen. Bei der Stichfrage empfehle die FDP das Kreuz beim Gegenvorschlag zu machen. Die Steuergerechtigkeitsinitiative der SP sei abzulehnen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1