Seine Gegner schimpften den geselligen Stadtvater schon mal "Jovialdemokrat" oder "Cüpli-Sozialist". Seine Fans hingegen liebten ihn für seine Schlagfertigkeit, seinen Humor, aber auch für sein politisches Gespür.

Für Tschäppät war Bern stets "die schönste Stadt der Welt", wie der selbst deklarierte "Bern Fan" bei seinen zahlreichen öffentlichen Auftritten nicht müde wird zu betonen. Und das wirkte nicht einmal aufgesetzt - war er doch seit frühster Jugend in der Bundesstadt verwurzelt.

Aus unserem Archiv: Stadtvater Tschäppät tritt nach 12 Jahren ab

Aus unserem Archiv: Stadtvater Tschäppät tritt nach 12 Jahren ab

Über eine Dekade prägte er die Stadtberner Politik mit Leib und Seele. Jetzt ist sein letzter Tag als Stapi gekommen. Zeit für einen Schlussrundgang.

Nach fast 20 Jahren als Gerichtspräsident in Bern wurde er 2001 in den Gemeinderat gewählt. Dort übernahm er zunächst die Direktion für Planung, Verkehr und Tiefbau. 2005 folgte die Wahl zum Stadtpräsidenten. Tschäppät trat damit in die Fussstapfen seines Vaters Reynold, Berns Stadtpräsident 1966 bis 1979.

Tschäppät war zudem von 1991 bis 2003 ein erstes Mal Mitglied des Nationalrats. 2011 verpasste er die Wiederwahl und konnte erst nachrutschen als sein Bieler Parteikollege Hans Stöckli in den Ständerat wechselte. Bis zu seinem Tod war Tschäppät Mitglied der Grossen Kammer.

Aus unserem Archiv: Alexander Tschäppät – Best Moments

Aus unserem Archiv: Alexander Tschäppät – Best Moments

Zwölf Jahre lang war Alexander Tschäppät der Stadtpräsident von Bern. Ein vielseitiger Rückblick über einen vielseitigen Menschen.

Plätze, Feste und Lebensqualität

Als Berner Stadtpräsident heimste Tschäppät etwa Lorbeeren ein für die Umgestaltung des Bundesplatzes, für die die Fussball Europameisterschaft 2008 in Bern, für den Baldachin über dem Bahnhofplatz oder für das Zentrum Paul Klee.

Doch Tschäppät sah sich auch mit Niederlagen und Kritik konfrontiert. Im bürgerlichen Lager galt er als "Laisser-faire-Politiker". Im Nationalrat glänzte er bisweilen eher durch Abwesenheit.

Aus unserem Archiv: Prominenz verabschiedet den Stapi

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Im Bierhübeli wurde eine Abschiedsparty für Alexander Tschäppät veranstaltet. Dabei gab es von den erlauchten Gästen viel Lob für sein Schaffen.

Auch Tschäppäts Hang zur Selbstdarstellung drückte bisweilen durch. So leistete er sich den einen oder anderen handfesten Skandal. Googlen kann man etwa Suchbegriffe wie "Christoph Blocher Motherfucker" oder "Italienerwitze".

Doch die Bernerinnen und Berner verziehen ihrem "Stadtvater" die Ausrutscher immer wieder. Denn keiner vermittelte bernisches Lebensgefühl besser und mit mehr Witz und Schalk als er.

Aus unserem Archiv: Renaud Tour mit Alexander Tschäppät

Aus unserem Archiv: Renaud Tour mit Alexander Tschäppät

So hat man den SP-Nationalrat noch nie gesehen. Alexander Tschäppät über seinen Wunsch, Grossvater zu sein, den Tod seines Bruders und seine Scheidung.

Verstorbene Prominente im 2018: