Der BKW-Verwaltungsrat will bekanntlich bis Ende Jahr einen Entscheid zur Zukunft des AKW Mühleberg fällen. Will er das Werk länger als 2017 betreiben, muss er auf Geheiss der Atom-Aufsicht ENSI umfassende Nachrüstungen vornehmen. Diese dürften gemäss früheren Angaben mehrere hundert Millionen Franken kosten.

Ob sich das rechnet, ist offen. "Für Mühleberg kommen verschiedene Szenarien in Frage", sagte BKW-Sprecherin Murielle Clerc auf Anfrage. Zurzeit sei man daran, verschiedene Szenarien zu prüfen und die Entscheidgrundlagen für den Verwaltungsrat vorzubereiten.

Laut Zeitungsbericht laufen dazu Gespräche der BKW mit dem ENSI. Dabei wolle die BKW herausfinden, ob es eine dritte Möglichkeit gebe nebst teuren Nachrüstungen und dem vollständigen Verzicht auf Investitionen: Nur einen Teil der Nachrüstungen umzusetzen und die Laufzeit dafür bis 2019 zu begrenzen.

ENSI-Sprecher Anton Treier sagte auf Anfrage: "Die BKW ist mit uns im Gespräch wegen verschiedener Laufzeitszenarien." Inhaltlich nehme man dazu gegenwärtig nicht Stellung. "Unsere Fachleute prüfen das."

"Sicherheit nicht verhandelbar"

Der Zeitungsbericht rief am Freitag die AKW-Gegner auf den Plan. Gehe das ENSI auf eine Zwischenlösung ein, habe dies eine verheerende Signalwirkung, befürchtet das Komitee Mühleberg Ver-fahren: Das würde heissen, "dass für das ENSI die Sicherheit verhandelbar ist".

Scharfe Kritik kam auch von den Grünen. "Deals zulasten der Sicherheit darf es nicht geben", betonte die Partei in einem Communiqué. Wohin Filz, Mauscheleien und geheime Absprachen führten, habe die Atomkatastrophe von Fukushima gezeigt.