Medizin

Berner Ärzte gehen gegen Arbeitsbedingungen in die Offensive

Operation am Inselspital Bern (Archiv)

Operation am Inselspital Bern (Archiv)

Die Assistenz- und Oberärzte des Kantons Bern führen in den kommenden zwei Wochen eine breit angelegte Kampagne zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch. Dafür gehen die Ärzte auch auf die Strasse.

In vier Städten des Kantons Bern wollen die Ärzte Passanten kostenlos den Blutdruck und den Blutzucker messen und dabei Unterschriften für eine Petition an den Kanton sammeln, wie die Sektion Bern des Berufsverbands der Ärzte VSAO am Donnerstag mitteilte.

Der Kanton Bern soll mit der Petition dazu bewegt werden, mehr Geld für die Spitäler bereit zu stellen. Unter dem Spardruck, den der Kanton den Spitälern auferlege, leide nämlich das Personal.

Die Berner Ärzte haben auch eigens einen Kurzfilm mit dem Titel "Ärzte ohne Grenzen" herstellen lassen, der den Passanten sowie im Internet gezeigt wird. Zudem verschicken sie 180'000 Zeitungen und schalten fiktive Stelleninserate, in denen ein Arzt oder eine Ärztin mit einem 62-Stunden-Pensum pro Woche gesucht wird.

Das erste dieser Inserate ist am Donnerstag in der Gratiszeitung "20 Minuten" erschienen.

Für die Berner Assistenz- und Oberärzte sind die Arbeitsbedingungen an den Spitälern gesetzeswidrig, sehr belastend und - wegen übermüdeter Ärzte - für Patienten mitunter gefährlich. Für viele Ärzte sei der Beruf nicht mit der Familie zu vereinen, sagen sie. Die jetzige Situation werde den Ärztemangel in der Schweiz noch verstärken.

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