Bern
Unbewilligte Kundgebung: Vordringen auf Bundesplatz verhindert - Polizei setzt Wasserwerfer ein

In Bern kam es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten. Am späten Donnerstagabend versuchten Demonstrierende, Absperrungen zu überwinden. Allerdings erfolglos.

Kevin Capellini (Text), Othmar von Matt (Bilder und Videos)
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Mehrere hundert Massnahmen-Kritiker versammelten sich am Donnerstagabend in Bern. Diese sind damit Aufrufen zu einer unbewilligten Kundgebung gefolgt. Sie versammelten sich beim Bahnhof Bern und zogen dann in Richtung Innenstadt. Wie Medien vor Ort berichten, liess die Polizei die Teilnehmenden zunächst gewähren.

Die Demonstranten sammelten sich am Bahnhof Bern.

Video: Othmar von Matt

Die Polizei führte Kontrollen durch, wie sie aus Twitter mitteilte. Sie kündigte zudem an, Wegweisungen auszusprechen und Personen zu verhaften.

Beim Umzug durch Bern musste die Polizei dann aber Gummischrot einsetzen – Beamte seien mehrfach mit Gegenständen beworfen worden.

Wasserwerfer und Gummischrot: Erneut unbewilligte Corona-Demo in Bern.

Katja Jeggli

Vor dem Bundeshaus formierten sich die Demonstranten ebenfalls, konnten aber dran gehindert werden, den Zaun zu überwinden.

Eindrücke vom Donnerstagabend aus Bern:

Die Polizei setzte Wasserwerfer und Gummischrot ein.
12 Bilder
Mehrere Demonstranten hätten versucht, die Absperrungen zum Bundeshaus zu durchbrechen.
Die Polizei war mit einem Grissaufgebot vor Ort.
Polizisten sichern den Bärenplatz.
Die Polizei stellt weitere Gitterabsperrungen auf dem Bundesplatz auf.
Die Polizei stellt weitere Gitterabsperrungen auf dem Bundesplatz auf.
Einsatzkräfte entfernen Demonstranten.
Die Polizei stellt weitere Gitterabsperrungen auf dem Bundesplatz auf.
Die Demonstranten beim Bahnhof Bern.
Menschen dekorierten die Sperrelemente zuvor mit Blumen.
Die Polizei stellt weitere Gitterabsperrungen auf dem Bundesplatz auf.
Die Polizei stellt weitere Gitterabsperrungen auf dem Bundesplatz auf.

Die Polizei setzte Wasserwerfer und Gummischrot ein.

Keystone

Nach dem Demonstrationszug der Massnahmengegner in die Berner Innenstadt formierte sich die Polizei in der Spitalgasse und drängte die Demonstranten auf den Bahnhofplatz zurück, der von allen Seiten abgeriegelt wurde. Lange konzentrierte sich das Gros der Demonstranten auf diesem Platz und es blieb relativ ruhig.

Dadurch beruhigte sich auch die angespannte Situation in der Berner Innenstadt zuerst – man nahm bereits an, die Demonstration habe sich aufgelöst. Zu später Stunde kam es dann aber erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Hunderten Demonstranten.

Polizisten wurden mit Gegenständen beworfen und mehrere Demonstranten versuchten, die Sperren vor dem Bundeshaus zu durchbrechen. Weil sie dem Aufruf der Polizei, dies zu unterlassen, nicht Folge leisteten, wurden Wasserwerfer und Gummigeschosse eingesetzt, um Ausschreitungen oder einen Sturm auf das Bundeshaus zu verhindern.

In mehreren Gassen hin zum Bundeshaus habe man die Demonstrierenden unter Einsatz von Zwangsmitteln zurückgedrängt. Während des Einsatzes waren in der Berner Innenstadt immer wieder laute Knalle zu hören.

Nach einem Vorrücken der Einsatzkräfte konnte die Kundgebung schliesslich aufgelöst werden

Schätzungsweise gegen 800 Menschen waren den Aufrufen im Internet zu einer unbewilligten Kundgebung in der Hauptstadt gefolgt. 13 Personen wurden während der Demonstration aufs Polizeirevier gebracht, darunter solche, die bereits an früheren ähnlich gelagerten Kundgebungen aufgefallen waren.

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