Zuvor hatte der Senat seinen Rücktritt angenommen. Gegen den Senator Nicola di Girolamo war vor einer Woche im Rahmen von Ermittlungen gegen einen internationalen Geldwäsche-Ring ein Haftbefehl ausgestellt worden.

Dabei ging es um mit Hilfe von Scheinfirmen hinterzogene Steuergelder in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro sondern vor allem auch um Wahlbetrug unter Auslandsitalienern in Deutschland.

"Ich habe weder die Cosa Nostra noch die 'Ndrangheta in diese Säle geschleust", hatte Di Girolamo noch am Morgen verteidigt, bevor der italienische Senat mit 259 Pro- und 16 Kontra-Stimmen sowie zwölf Enthaltungen seinen bereits am Vortag angekündigten Rücktritt annahm.

Di Girolamo von der Partei PdL ("Volk der Freiheit") soll den Ermittlern zufolge nicht nur an den Geldwäsche-Geschäften beteiligt gewesen sein, sondern durch die Mafia ins Parlament gekommen sein. So habe sich die kalabrische Mafia 'Ndrangheta mit einem Teil der gewaschenen Gelder vor allem im Raum Stuttgart illegal Blanko- Stimmzettel für Wahlen in Italien besorgt.

Über diese sei dann der Senator gewählt worden. Ein jetzt veröffentlichtes Foto, auf dem Di Girolamo mit einem der Mafia-Bosse abgelichtete wurde, erhärte den Verdacht.

Dem umstrittenen Regierungschef Berlusconi dürfte die Sache kurz vor den wichtigen Regionalwahlen Ende März und angesichts des eigenen Ärgers mit der Justiz reichlich ungelegen kommen. Erst am vergangenen Wochenende hatte ein Mailänder Gericht entschieden, den Prozess gegen Berlusconi im Korruptionsfall um seinen früheren Anwalt David Mills weiterlaufen zu lassen.