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Berlusconi: Doch «kein Heiliger»

Berlusconi: «Es sind eine Menge hübscher Mädels unterwegs, und ihr wisst ja, ich bin kein Heiliger!»

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Berlusconi: «Es sind eine Menge hübscher Mädels unterwegs, und ihr wisst ja, ich bin kein Heiliger!»

Nach Auftauchen pikanter Tonbänder hat Silvio Berlusconi erstmals indirekt und halbherzig eingeräumt, dass die ihm unterstellten Frauengeschichten doch mehr als eine bösartige Erfindung der Linken sein könnten.

«Es sind eine Menge hübscher Mädels unterwegs, und ihr wisst ja, ich bin kein Heiliger», erklärte der italienische Ministerpräsident gestern bei der Einweihung eines neuen Autobahnteilstücks in Norditalien. Er reagierte damit auf neue Tonbandaufnahmen, die am gleichen Tag von linksgerichteten Medien ins Internet gestellt worden sind. Dabei handelt es sich um Aufnahmen, die das Callgirl Patrizia D´Addario in Berlusconis Römer Residenz Palazzo Grazioli gemacht haben will.

Kompromittierende Tonbänder

Auf den neuen Bändern ist unter anderem der 35-jährige Unternehmer Gianpaolo Tarantini aus Bari zu hören, wie er zu D´Addario sagt, Berlusconi wolle Sex immer ohne Präservativ. Auf die Proteste des Callgirls erklärt Tarantini, dass es sich immerhin um Berlusconi handle. Gegen Tarantini wird wegen Anstiftung zur Prostitution ermittelt: Er soll Frauen für Feste in Berlusconis Villen organisiert haben.

Schon am Montag wurden Bänder ins Internet gestellt, auf welchen Berlusconi zu hören ist, wie er zu D´Addario sagt, er nehme noch eine Dusche; sie solle unterdessen im grossen Bett auf ihn warten.
Mit dem Spruch, wonach er kein Heiliger sei, tritt Berlusconi nun die Flucht nach vorne an: Offenbar hat er eingesehen, dass die bisherige Taktik, die Aussagen der Frauen als «frei erfundenen Dreck einer linken Presse» hinzustellen, gescheitert ist. Zu offensichtlich sind die vom Premier verbreiteten Lügen mit den Tonbändern geworden.

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