Langenthal

Bereits als Ersteler ans Gymi

Öffnung: Vom Sommer an werden auch Volksschüler ab dem ersten Schuljahr das Gymnasium besuchen. (Bild: jr)

Hochbegabt

Öffnung: Vom Sommer an werden auch Volksschüler ab dem ersten Schuljahr das Gymnasium besuchen. (Bild: jr)

Die Volksschulen im Oberaargau und das Bildungszentrum Langenthal organisieren gemeinsam ein Förderprogramm für Hochbegabte. Sie rechnen mit rund zwanzig Schüler aller Schuljahre, die sich dafür eignen. Gegenwärtig werden diese von ihrer Lehrkraft beurteilt.

Jürg Rettenmund

Der Ort der Information war bewusst gewählt: Am Gymnasium Oberaargau im Bildungszentrum Langenthal können vom Herbst an hochbegabte Schülerinnen und Schüler während eines Nachmittags ein auf sie zugeschnittenes Förderprogramm besuchen. Diese Zusammenarbeit sowohl in der Region wie über alle Stufen hinweg sei ausserordentlich, betonten Peter Rubeli und Martin Fischer. Rubeli ist Schulleiter des Zentrums Kreuzfeld 4 in Langenthal und Leiter der Arbeitsgruppe Förderung ausserordentlich Begabter im Oberaargau, Fischer Rektor des Gymnasiums Oberaargau.

Das Förderprogramm ist Teil der Umsetzung des Integrationsartikels für die Volksschule. Die Schulen im Oberaargau - vertreten durch die Zuweisungskonferenzen für den Spezialunterricht - beschlossen, diesen Teil gemeinsam umzusetzen. Erst in einem Beobachtungsstatus dabei ist die Region Huttwil. Die Verantwortlichen gehen aber davon aus, dass diese im Zusammenhang mit der Anpassung der Schulinspektoratskreise an die neuen Verwaltungskreise dazustossen wird.

Fünf Lehrkräfte

Die Volksschulen fanden im Gymnasium Oberaargau einen Partner, der die nötigen Lehrkräfte ausbildet und zur Verfügung stellt. Fünf Fachlehrkräfte werden dort für diese Aufgabe zu je zehn Prozent entlastet. Projektleiter ist Urs Schönthal, Lehrer im Kreuzfeld 4 und Koordinator des Langenthaler Projektes «Talent» für sportlich und musisch begabte Kinder.

Mit diesem Projekt gebe es Synergien, betonte Rubeli. Anders als bei «Talent» stünden jedoch nicht einseitige Hochbegabungen im Zentrum, sondern breit gefächerte. Diese werden in diesen Tagen von den Lehkräften der in Frage kommenden Schüler mit einem Fragebogen erhoben. Die Bewerbung für das Programm ist zwingend über die Lehrer in Gang zu setzen.

Umfangreiche Beurteilung

Die Lehrkraft hat die intellektuellen Fähigkeiten, Kreativität, Motivation, Führungs- und Planungsverhalten des Schülers mit einem Fragebogen zu beurteilen. Wer die geforderte Punktzahl schafft, muss anschliessend seinen Intelligenzquotienten von der Erziehungsberatung ermitteln lassen. Er muss über 130 liegen.

Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass im Oberaargau rund 20 Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur neunten Klasse die Anforderungen für das Programm erfüllen werden. Mögliche Angebote der ersten Auflage werden gemäss Robert Zemp, dem Verantwortlichen am Gymnasium, Astronomie, Gesteine und Kristalle, (Solar-)Energie oder Tauchen und Wasser sein. Mehr geisteswissenschaftlich Interessierte können «tolle Geschichten» schreiben und erzählen oder sich im präzisen Formulieren von Sachtexten üben.

Theorie und Praxis verbinden

Angestrebt werde eine altersgerechte Verbindung von Theorie und Praxis, erklärte Zemp. Deshalb soll die Differenz vom ältesten zum jüngsten Teilnehmer in einer Gruppe auch nicht mehr als vier Schuljahre betragen. Starten sollen die Kurse nach den Herbstferien. Für den Transport der Kinder ans Gymnasium sind die Eltern verantwortlich.

Meistgesehen

Artboard 1