Die Schweiz gehört zu den beliebtesten Zielen für deutsche Auswanderer. Allerdings hat sich die Zahl der Einwanderer seit 2008 stark reduziert. Im Rekordjahr kamen knapp 35'000 Deutsche mehr in die Schweiz, als im gleichen Jahr wieder zurückgingen. 2015 waren es gerade mal noch 6700. Den Rückgang spürt auch Matthias Estermann vom Verein für Deutsche in der Schweiz. Er berät Neuankömmlinge oder Deutsche mit Problemen in der Schweiz. «Es ist schwieriger geworden für Deutsche, in der Schweiz einen Job zu finden», sagt er. Mancher Deutsche gehe zudem wieder zurück in seine Heimat, weil er den Job verliere. «Wenn es wirtschaftlich schlecht läuft, muss dann halt ‹der Dütsche› wieder gehen», witzelt Estermann.

Das Verhältnis zwischen Schweizern und Deutschen habe sich indes in der letzten Zeit eher verbessert. Vorbei seien die Zeiten, als die Tageszeitung «Blick» noch fragte «Wie viel Deutsche verträgt die Schweiz?». Auch wegen der intensiven medialen Berichterstattung habe sich die Lage entspannt. «Die Sache ist ausdiskutiert», sagt Estermann. Der Faktor Zeit spiele zudem eine Rolle. Die Einwanderer aus dem Rekordjahr 2008 hätten ihre Zeit gebraucht, um sich zu integrieren.

«Wen Deutsche neu in die Schweiz kommen, realisieren sie oft im ersten Moment nicht, dass sie nicht in einem anderen Bundesland, sondern in einem anderen Land sind», sagt Estermann. Gleichzeitig hatten auch die Schweizer Zeit, sich mit den neuen Kollegen aus dem grossen Kanton anzufreunden.