Bern

Bekenntnis zum Berner Jura

Alleine: Maxime Zuber, Irma Hirschi und Jean-Pierre Aellen (v.l.)

Jura

Alleine: Maxime Zuber, Irma Hirschi und Jean-Pierre Aellen (v.l.)

Der Berner Jura soll beim Kanton Bern bleiben. In der Jura-Frage unterstützte der Grosse Rat gestern den Regierungsrat einmütig; einzig die Autonomisten scherten aus.

In ihrem Schlussbericht stellte die Interjurassische Versammlung (IJV) den von ihr favorisierten Anschluss des Berner Juras zu einem neuen Kanton Jura mit noch sechs Gemeinden viel zu optimistisch dar, sagte gestern Regierungsrat Philippe Perrenoud (SP). Der Regierungsrat begrüsse jedoch die von der IJV dargestellte Alternative Status quo plus. «Sie zeigt viele interessante Perspektiven auf.» Der Regierungsrat stehe klar dazu, dass der Berner Jura beim Kanton Bern verbleibe. «Das ist die beste Lösung.» Der Berner Jura sei entscheidend für die Zweisprachigkeit und die Brückenfunktion des Kantons Bern zwischen Deutsch- und Westschweiz. Künftig müsse jedoch die Region Biel und deren französischsprachige Bevölkerung eingebunden werden. Eine erneute Volksbefragung stehe derzeit nicht zur Diskussion.

Geschlossene Reihen

Sämtliche Fraktionen bestärkten die Regierung in ihrer Haltung. Die Sprecherinnen und Sprecher strichen dabei besonders die Zweisprachigkeit des Kantons heraus, so auch Margreth Schär (SP/Lyss) und Jean-Michel Blanchard (SVP/Malleray). Die Grünen verwiesen zusätzlich auf die Multikultur, die mit dem Berner Jura verbunden sei. Ein neuer Kanton Jura sei vorläufig eine Utopie, sagte Philippe Messerli (EVP/Nidau). Vor einer neuen Volksbefragung müssten sich die Kantone Bern und Jura zudem verpflichten, dass sie die Volksmeinung beachten würden.

Wie die Regierung bezeichnete Christoph Stalder (FDP/Bern), die Nichtberücksichtigung des heutigen Status des Berner Juras im IJV-Bericht «als wesentlicher Mangel». Allgemein wurde die Bedeutung der seit 1994 tätigen IJV zur Normalisierung des politischen Klimas in der Region gewürdigt. Eine wirtschaftliche Entwicklung sei nur im Frieden möglich. Einmal mehr werde das schöne Lied der Zweisprachigkeit gesungen, kritisierte der Autonomist Maxime Zuber (Moutier). «Dabei stellt sich der Kanton Bern bei Abstimmungen meist in die Reihe der Deutschschweizer Kantone.»

Einzig die Autonomisten lehnten die Stellungnahme der Regierung ab. Einstimmig überwies das Parlament jedoch eine FDP/SVP-Motion, welche die Einbindung des zweisprachigen Amtsbezirks Biel in die Arbeiten der IJV verlangt. (uz)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1