Wahlen 2011

Bei einem Sitzverlust sinken auch die Parteieinnahmen

Auf den Parteisekretariaten könnte wegen Wahlverlusten das Personal ausgedünnt werden (Archiv)

Auf den Parteisekretariaten könnte wegen Wahlverlusten das Personal ausgedünnt werden (Archiv)

Sitzverluste bedeuten für Parteien zum Teil empfindliche finanzielle Einbussen. Gerade bei kleineren Parteien hat der Wahlausgang direkte Folgen auf das Personal. Die Grünen beispielsweise rechnen mit einem Personalabbau.

"Zunächst suchen wir allerdings nach alternativen Finanzierungsquellen", sagte die Generalsekretärin der Grünen, Miriam Behrens, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Da ein Personalabbau auch ein Abbau bei den Leistungen bedeute, suche das Team derzeit nach "kreativen und auch solidarischen Lösungen". Den definitiven Entscheid, wo bei den Grünen gespart wird, trifft die Parteileitung Mitte November.

Die zweite grosse Wahlverliererin, die SVP, hält sich bezüglich finanzieller Einbussen bedeckt. Es sei "viel zu früh", die Konsequenzen abzusehen, sagte Generalsekretär Martin Baltisser auf Anfrage. Zudem müssten die zweiten Ständeratswahlgänge und allfällige Fraktionszugänge aus kleineren Parteien abgewartet werden. Baltisser schliesst jedoch nicht aus, dass auch bei der SVP Massnahmen getroffen werden müssen.

Andere Parteien halten sich bedeckt

Die FDP hat im Nationalrat fünf Sitze verloren und konzentriert sich derzeit auf den Sitzerhalt im Ständerat und im Bundesrat, weshalb Generalsekretär Stefan Brupbacher noch keine Stellung nehmen will.

Bedeutend sind die Einbussen bei der CVP. Nicht nur muss sie drei Sitzverluste verdauen, sie verliert auch noch die Fraktionsbeiträge des Bundes für die fünf GLP-Mitglieder. Generalsekretär Tim Frey ist jedoch überzeugt, dass es keinen Personalabbau geben wird.

Mit ganz anderen Problemen sind die Wahlgewinner GLP und BDP konfrontiert. Die Sitzgewinne schenken finanziell ein - gerade bei der GLP, die neu Fraktionsstärke erreicht hat. Werden ihre beiden Ständeräte bestätigt, kann sie auf Anhieb mit über einer halben Million Franken in der Parteikasse rechnen.

Die SP will die Mehreinnahmen voll und ganz für die inhaltliche Grundlagenarbeit zur Unterstützung der Fraktion verwenden, wie Generalsekretär Thomas Christen erklärt.

Die BDP schliesslich geht davon aus, dass auch sie das Personal "wahrscheinlich schon" aufstocken werde. Auf welche Art und Weise sei allerdings noch offen, sagte die stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle, Christine D'Anna-Huber, auf Anfrage.

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