Das Volk habe nur die Wahl zwischen teurerer Vignette oder höherem Benzinpreis, sagt Verkehrsministerin Doris Leuthard im Interview mit zwei Westschweizer Zeitungen.

Sage das Volk Nein zur Erhöhung der Vignette von 40 auf 100 Franken, bleibe dem Bund gar nichts anders übrig, als die Benzinsteuer anzuheben, fügt Leuthard im Interview mit "24 heures" und der "Tribune de Genève" an.

Die Gelder würden benötigt, um das Nationalstrassennetz zu finanzieren sowie die 400 Kilometer Kantonsstrassen, die der Bund übernehmen wird.

Benzinpreis steigt weiter

Unabhängig davon haben Konsumentinnen und Konsumenten in Zukunft eine weitere Erhöhung der Verkehrskosten zu gewärtigen: Der Bundesrat plant mittelfristig eine Erhöhung des Mineralölsteuerzuschlags um 12 bis 15 Rappen pro Liter, wie die Bundesrätin anfügt. Heute liegt dieser bei 30 Rappen pro Liter.

Das Geld soll in den vom Bundesrat Anfang Jahr angekündigten Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehr-Fonds (NAF) fliessen. Die Vorlage soll im Januar in die Vernehmlassung geschickt werden, wie Leuthard im Interview sagt. Ursprünglich war der Beginn der NAF-Vernehmlassung für August geplant, wie der Internetseite des Bundes zu entnehmen ist.

Erhöhung möglicherweise in zwei Etappen

Aber diese Erhöhung könne in "zwei Etappen" erfolgen, deutet die Chefin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) an.

Der NAF soll als Ergänzung der Spezialfinanzierung Strassenverkehr, mit der das Nationalstrassennetz heute finanziert wird, funktionieren. Letzterer soll bestehen bleiben.

3000 Brücken, 200 Tunnels

Doch ohne NAF droht gemäss der CVP-Bundesrätin eine Finanzierungslücke für Unterhalt und Ausbau der Strasseninfrastruktur in Höhe von geschätzten 1,1 bis 1,2 Milliarden Franken jährlich in der Zeit von 2016 bis 2030.

"Ich habe über 3000 Brücken zu unterhalten, bei 200 Tunneln die Sicherheit zu verbessern und wir haben fünf Mal mehr Fahrzeuge auf dem Strassennetz als 1961."

Es sei deshalb "unvermeidlich", dass die Autofahrer vermehrt zu Kasse gebeten würden. Dies auch, weil die modernen Fahrzeuge weniger Treibstoff verbrauchten und die Einnahmen aus den Mineralölsteuern deswegen sänken, sagt die Verkehrsministerin.