Bundesanwaltschaft
Behring-Opfer beschweren sich wegen Verfahrensverschleppung

Die Bundesanwaltschaft (BA) sieht sich im Fall des mutmasslichen Grossbetrügers Dieter Behring mit einer Beschwerde eines Opfers konfrontiert. Unzufrieden mit der langen Verfahrensdauer fordert dieses Opfer, die BA müsse sofort Klage erheben.

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Dieter Behring im Jahr 2004. (Archiv)

Dieter Behring im Jahr 2004. (Archiv)

Keystone

Die Beschwerde moniert eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes, wie der Anwalt des Behring-Opfers am Donnerstag Angaben der «Basler Zeitung» bestätigte. Die BA arbeite zu wenig effizient. Die Beschwerde war im Juni beim Bundesstrafgericht in Bellinzona eingereicht worden. Dieses solle nun die BA anweisen, sofort Klage zu erheben, wird gefordert.

Das Strafverfahren gegen Behring war 2004 eingeleitet worden. Der Fall ist sehr umfangreich und komplex; zudem wurde 2011 die Strafprozessordnung revidiert. Behring steht im Verdacht, Anleger mit hohen Zinsversprechen gelockt und um mehrere hundert Millionen Franken betrogen zu haben. 2004 brach sein Anlagesystem zusammen.

Die BA geht nach früheren Angaben davon aus, dass fast alle von Behring entgegengenommenen Investorengelder in eine Art Schneeballsystem geflossen sind. Inzwischen gehen die Behörden von insgesamt rund 2000 Geschädigten aus.