Andreas Tschopp

«Pessimismus bei den Finanzen ist nicht mehr gerechtfertigt», sagte Obersiggenthals Gemeindeammann Max Läng eingangs bei der Beratung des Voranschlags 2010 im Einwohnerrat. Er dankte den Steuerzahlern für die über Erwarten guten Zahlungseingänge und unterstrich erneut die Notwendigkeit der im zweiten Anlauf erfolgten Steuererhöhung auf 98%. Diese sei nötig, um die anstehenden Investitionen finanzieren zu können. Nichts desto trotz setze sich der Gemeinderat zum Ziel, die Schuldenlast auf unter 20 Millionen reduzieren zu können. Fiko-Präsident Linus Egger (CVP) zeigte sich mit dieser Zielsetzung zufrieden.

Ganz anders tönte es bei der SVP. Paul Vogelsang vermisste nach der von der Partei bekämpften Steuererhöhung den Sparwillen im Budget und sah auch die Vorschläge der Arbeitsgruppe Finanzen darin nicht berücksichtigt. Christoph Villiger mahnte für die FDP eine bestmögliche Um-setzung der «guten Vorschläge» der AG an. Hans Peter Uehli ging gar noch einen Schritt weiter. Er wollte diese zur Daueraufgabe erheben für die Fiko und gleich den Präsidenten der AG, Peter Marten, darin gewählt sehen.

Bei der Detailberatung ging die SVP dann zuerst auf das Elektrovelo fürs Bauamt los. Auf diese Anschaffung sei zu verzichten, verlangte die SVP, blieb damit aber allein. Ähnliches geschah mit deren Streichungsanträgen für Beratungshonorare, die alle durchfielen, bis auf jenen, auf Ergonomieberatung zu verzichten.

Mehr Glück war der SVP beschieden mit ihrem Antrag, 15 000 Franken für die Anlage einer neuen Liegewiese am Kappisee zu streichen. Die Badenden könnten dort «auch im Dreck liegen», sagte Patrick Hehli. Mit 18 zu 16 Stimmen wurde der Betrag gestrichen. Neu aufgenommen wurden ins Budget dagegen auf Betreiben von Silvia Dingwall 38 000 Franken, um den Eingang zum Gemeindehaus behindergerecht zu machen. So wurde der Voranschlag 2010 letztlich mit leichten Mehrausgaben vom Obersiggenthaler Parlament gutgeheissen.