Kunstfehler

Behindert wegen Ärztefehler - Westschweizer Spitäler zahlen

Das Unispital Genf zahlt für Fehler seiner Ärzte (Symbolbild)

Das Unispital Genf zahlt für Fehler seiner Ärzte (Symbolbild)

Das Kantonsspital Freiburg hat der Familie eines behinderten Mädchens 500'000 Franken ausbezahlt. Das Spital versteht die Akontozahlung als Geste des guten Willens, denn die Höhe des Schadenersatzes und der Genugtuung ist noch nicht geregelt.

Spitalsprecherin Jeannette Portmann bestätigte am Dienstag entsprechende Angaben von Radio-Télévision Romande. Aufgrund der langen Dauer des Verfahrens halte es das Spital für angemessen, der Familie des Mädchens entgegenzukommen und eine erste Teilzahlung zu leisten.

Das Bundesgericht hatte im vergangenen August einen Entscheid des Kantonsgerichts geschützt, wonach die Ärzte des Kantonsspitals im Juni 1997 bei der Geburt des Mädchens ihre Sorgfaltspflicht verletzten. Sie hätten nach Ansicht der Richter einen Kaiserschnitt anordnen müssen.

Das Kind wurde praktisch tot geboren und dann reanimiert. Es ist körperlich und geistig schwerstbehindert. Das Spital muss der Invalidenversicherung die Pflegekosten zurückerstatten und der Familie einen Schadenersatz sowie eine Genugtuung zahlen.

Dabei geht es um 13 Millionen Franken. Wird keine Einigung gefunden, wird erneut die Justiz eingeschaltet.

Genfer Unispital muss 300'000 Franken zahlen

In Genf verurteilte das erstinstanzliche Gericht das Universitätsspital Genf (HUG) in einem ähnlich gelagerten Fall zur Zahlung von 300'000 Franken Genugtuung an die Familie. Ein Knabe ist nach einem verspäteten Kaiserschnitt 2002 ebenfalls schwerst behindert, wie Mauro Poggia, der Anwalt der Familie, einen Bericht der Zeitung "Tribune de Genève" vom Dienstag bestätigte.

Das Gericht befand, dass dem Spitalteam vor dem Kaiserschnitt schwere Irrtümer unterliefen. Während mehr als einer Stunde sei der Sauerstoffgehalt im Blut des Babys nicht gemessen worden. Als dann der Kaiserschnitt eingeleitet wurde, war es zu spät. Das Baby war am Ersticken.

Gemäss Anwalt Poggia ist die Genugtuung ein erster Schritt. Im weiteren Zivilprozess gehe es um den zu leistenden Schadenersatz und die wegen der Behinderung des Kindes nötigen Unterhalts- und Pflegekosten.

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