Merenschwand

Begehrtes Haus am Torbiweiher

Vizeammann Albert Fischer vor dem kleinen Streitobjekt. (ba)

Vizeammann Merenschwand Albert Fischer

Vizeammann Albert Fischer vor dem kleinen Streitobjekt. (ba)

Die Ortsbürgergemeinde Merenschwand lässt das frühere Wochenendhaus «Hüttli» am Torbiweiher sanft renovieren und schreibt das Gebäude zur Vermietung aus. Aber wer glaubt, er dürfe im Haus wohnen, ist schief gewickelt. Für Gesprächsstoff ist gesorgt.

Jörg Baumann

Der Torbiweiher ist ein Zufallsprodukt. Er entstand, nachdem zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg in diesem Gebiet Torf gestochen wurde. Vizeammann Albert Fischer erinnert sich an seine Jugendzeit: «Früher vergnügte sich die Dorfjugend auf dem Weiher beim Schlittschuhlaufen und Eishockeyspielen.»

Haus nicht mehr zum Wohnen da

Eine Familie Esslinger, die nicht in Merenschwand wohnte, baute für sich vor fünfzig Jahren am Weiher ein Wochenendhaus, das sie gerne und oft bewohnte. Diese Zeiten sind endgültig vorbei. Die Familie Esslinger gab das Haus auf, die Ortsbürgergemeinde kaufte den Weiher samt dem Gebäude. Der Weiher wurde als Naturschutzgebiet ausgeschieden. Damit änderten sich auch die Rahmenbedingungen, unter denen das Haus am Weiher benützt werden kann. «Als Wochenendhaus ist das Gebäude nicht mehr zugelassen», betont Albert Fischer. «Es ist auch nicht mehr dafür eingerichtet.»

Die Ortsbürgergemeinde stand vor der Wahl, das Haus abzubrechen oder es zu renovieren. Sie entschied sich für eine sanfte Renovation. Albert Fischer: «Das Dach wird wieder abgedichtet, und das Fundament wird neu gerichtet, nachdem sich das Haus auf einer Seite gesenkt hat.» Vor dem Haus besteht eine Feuerstelle. Diese darf weiterhin benützt werden. Das Gebäude hingegen solle lediglich als Geräteschuppen dienen, sagt Fischer. «Wir wollen am Weiher keinen Festbetrieb aufkommen lassen», sagt er. Schülerinnen und Schülern aus Merenschwand wurde aber das Privileg eingeräumt, am Weiher zu fischen.

Zur Vermietung ausgeschrieben

Nun schickt sich die Ortsbürgergemeinde an, das Gebäude an einen geeigneten Mieter zu verpachten. «Das Interesse am Haus ist recht gross», sagt Albert Fischer. Aber der Mieter müsse Gewähr dafür bieten, dass er die Auflagen einhalte. «Der Mieter muss zum Haus passen.»

Mit diesem Vorgehen ist Guido Wicki aus Merenschwand nicht einverstanden. Der pensionierte Bankangestellte verwaltet das Haus im Auftrag der Ortsbürgergemeinde seit über zwanzig Jahren und sorgt, manchmal allein und manchmal mit Kollegen, dafür, dass die Unterhaltsarbeiten am Torbiweiher ausgeführt werden.

Wicki möchte diese Aufgabe weiterhin erfüllen. Albert Fischer pocht darauf, dass bei der Vermietung des Gebäudes die Chancengleichheit gewahrt werden solle. Mit der öffentlichen Ausschreibung zur Vermietung sei der Gemeinderat Merenschwand auf dem Holzweg. «Das könnte Probleme geben», vermutet Wicki. Mit dieser Ansicht sei er nicht allein. Am Torbiweiher sei deshalb «das letzte Wort noch nicht gesprochen».

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