Wahlen Graubünden

BDP holt bei kantonalen Wahlen in Graubünden die meisten Stimmen

Jon Domenic Parolini (r.) und Barbara Janom Steiner (Mitte)

Jon Domenic Parolini (r.) und Barbara Janom Steiner (Mitte)

Die BDP ist die Siegerin der kantonalen Wahlen in Graubünden. Sie hielt ihre Stellung in der Regierung mit zwei Sitzen und legte im Parlament zu. SVP-Nationalrat Heinz Brand schaffte den Sprung in die Regierung erneut nicht, seine Partei aber erreichte Fraktionsstärke im Parlament.

Im Gründerkanton Graubünden hat die BDP ihren zweiten Regierungssitz mit Grossrat und Kantonalparteipräsident Jon Domenic Parolini erfolgreich verteidigen können. Der 54-jährige Gemeindepräsident von Scuol zieht neu in die fünfköpfige Kantonsregierung ein. Er lief mit seiner Erstkandidatur an vierter Stelle über die Ziellinie, noch vor dem bisherigen Erziehungsdirektor Martin Jäger (SP).

Parolini ersetzt in der Regierung Hansjörg Trachsel. Der Volkswirtschaftsdirektor konnte wegen Amtszeitbeschränkung nicht mehr für eine weitere Amtsperiode kandidieren. Die vier Bisherigen schafften die Wiederwahl, Finanzdirektorin Barbara Janom Steiner (BDP) mit dem besten Ergebnis.

Brand zum zweiten Mal gescheitert

Zum zweiten Mal mit einer Kandidatur als Regierungsrat gescheitert ist SVP-Nationalrat Heinz Brand. Der 58-jährige ehemalige Chef der Bündner Fremdenpolizei legte wohl gegenüber seinem Abschneiden vor vier Jahren deutlich an Stimmen zu. Für den Einzug in die Exekutive reichte es ihm trotzdem nicht, obschon die SVP in Graubünden bei den letzten Nationalratswahlen mit 23 Prozent wählerstärkste Partei war. Erfolglos blieb auch die Kandidatur der GLP.

Somit setzt sich die Exekutive auch in den kommenden vier Jahren aus zwei Mitgliedern der BDP und je einem der CVP, FDP und SP zusammen. Die SVP ist seit der Parteispaltung im Jahre 2008 nicht mehr in der Regierung vertreten, weil Regierungsrätin Janom Steiner und Regierungsrat Trachsel zur BDP gewechselt hatten.

SVP mit Fraktionsstärke

Die BDP gehört ausserdem bei den Wahlen in den 120-köpfigen Grossen Rat zu den Gewinnerinnen. Die Partei eroberte ein Mandat zusätzlich und festigte ihre Position als drittstärkste Fraktion hinter FDP und CVP, die beide Mandate einbüssten. Grösste Fraktion aber bleibt die FDP mit 32 Sitzen. 117 von total 120 wurden besetzt. In drei Kreisen kommt es laut der Bündner Standeskanzlei zu zweiten Wahlgängen, darunter im Unterengadin für den in die Regierung gewählten BDP-Grossrat Parolini.

Die SVP erreichte ihr Wahlziel und kann in der nächsten Legislaturperiode eine eigene Fraktion bilden, weil sie ihre Sitzzahl auf acht verdoppelte. Ebenfalls einen Schritt vorwärts gemacht hat die SP, von 12 auf 15 Sitze.

Die Bünder Grossratswahlen sind Majorzwahlen mit 39 Wahlkreisen, darunter vielen kleinen Kreisen. Das Wahlsystem verhindert grössere Verschiebungen und Überraschungen. Alle Bemühungen in den letzten Jahrzehnten, das Proporzsystem einzuführen, scheiterten bislang.

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