Güterverkehr

BAV arbeitet bei Güterzugkontrolle erstmals mit Italien zusammen

Ein Huckepack-Güterzug unterwegs im Tessin

Ein Huckepack-Güterzug unterwegs im Tessin

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) arbeitet bei der Güterzugkontrolle erstmals mit der italienischen Partnerbehörde (ANSF) zusammen. Gemeinsame Stichprobenkontrollen wie in der vergangenen Woche in Chiasso TI sollen den Transitverkehr sicherer machen.

Dieser sorgt für 70 Prozent des Schienengüterverkehrs in der Schweiz. Besonders die Nord-Süd-Achse wird noch an Bedeutung zunehmen. Mit der geplanten Eröffnung des Gotthard-Basistunnels 2016 werden sich die Transportkapazitäten pro Jahr auf dieser Strecke auf 40 Millionen Tonnen verdoppeln.

2013 kontrollierte das BAV 347 Güterzüge mit insgesamt 5688 Güterwagen. Dabei stellte die Behörde 1108 Mängel fest. Sie lagen vorwiegend in der Wagentechnik sowie in der Beladesicherheit, wie aus dem Jahresbericht für den öffentlichen Verkehr 2013 hervorgeht. Sind die Mängel gravierend, kann das BAV die Betriebserlaubnis entziehen, so dass der Waggon nicht weiter transportiert werden darf.

Internationale Zusammenarbeit

Um die Zahl der Mängel zu senken, arbeitet das BAV enger mit den Aufsichtsbehörden im Ausland zusammen. Zwei Mal pro Jahr führt es gemeinsame Kontrollen mit den deutschen Behörden durch. "Wir haben bereits einen gemeinsamen europäischen Fehlerkatalog für den Güterverkehr erarbeitet", erklärte BAV-Sprecherin Florence Pictet gegenüber der sda.

Die gemeinsame Kontrolle Schweizer und italienischer Behörden in Chiasso zeigte jedoch, dass es Unterschiede bei der Einhaltung dieses Katalogs gibt.

"Die ANSF überwacht nur die Sicherheit der Züge und Waggons. In der Schweiz kontrolliert das BAV dagegen sowohl das Rollmaterial als auch die Papiere der Zugführer", sagte Pictet.

In Zukunft möchte das BAV auch mit Frankreich gemeinsame Kontrollen von Güterzügen durchführen. Entsprechende Pläne sollen bis 2015 umgesetzt werden, wie Sprecherin Pictet ausführte.

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