Agrarzahlungen
Bauern verhindern geplante Regelung für mehr Transparenz bei Milliarden-Direktzahlungen

Eine vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) geplante Transparenzoffensive bei Direktzahlungen und Ökobeiträge wurde nach Interventionen von Bauernvertreten sistiert.

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Die Agrarbehörde des Bundes wollte die erhaltenen Direktzahlungen und Ökobeiträge jedes Landwirts übers Internet der Bevölkerung zugänglich machen.

Die Agrarbehörde des Bundes wollte die erhaltenen Direktzahlungen und Ökobeiträge jedes Landwirts übers Internet der Bevölkerung zugänglich machen.

Hanspeter Bärtschi

Laut der SonntagsZeitung arbeiten BLW-Juristen arbeiteten Ende Jahr an der Revision der Direktzahlungsverordnung.

Die Agrarbehörde des Bundes wollte darin verankern, dass die erhaltenen Direktzahlungen und Ökobeiträge jedes Landwirts übers Internet der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Doch über Nacht wurden die Arbeiten gestoppt.

Die Order dazu kam von der Spitze des Departements von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann. «Bauernpolitiker und Bauernverbände intervenierten auf breiter Front, auch bei Schneider-Ammann», berichtet ein mit dem Dossier vertrauter Insider. Der Druck auf die BLW-Leitung wurde so gross, dass sie den Vorschlag schliesslich aus dem Anhörungs-Paket nahm.

Ein Sprecher des FDP-Wirtschaftsministers bestätigt, dass eine Offenlegung der Agrarzahlungen vom Departement geprüft wurde. Gemeinsam mit dem BLW sei man aber zum Schluss gekommen, «dass die Voraussetzungen zur Zeit nicht gegeben sind».

Vorerst wird nicht bekannt, wie die jährlich 2,8 Milliarden Franken Agrarsubventionen an die fast 50000 Schweizer Landwirte verteilt werden.

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