Oktober 2003: In Aarau steigt ein Mann aus Somalia auf das Dach der Asylunterkunft und verlangt nach dem «Chef» und Journalisten. Er schwenkt dabei ein Schweizer Fähnchen. Polizei und Feuerwehr rücken mit zwei Dutzend Leuten an. Stunden später gibt der Mann auf. Mit der Aktion wollte der vorläufig aufgenommene 24-Jährige verhindern, dass er in die Gemeindeunterkunft in Kaiseraugst umplatziert wird. Dort habe es nur Drogenhändler.

Zwei Asylbewerber kletterten am 16. Oktober auf das Dach des ehemaligen Kantonsschülerhauses in Aarau. Der eine protestierte gegen seine Unterbringung unter «Drogendealern», dem anderen war kurz zuvor der negative Asylentscheid eröffnet worden.

Asylbewerber verlangt in Aarau nach dem «Chef».

Zwei Asylbewerber kletterten am 16. Oktober auf das Dach des ehemaligen Kantonsschülerhauses in Aarau. Der eine protestierte gegen seine Unterbringung unter «Drogendealern», dem anderen war kurz zuvor der negative Asylentscheid eröffnet worden.

Oktober 2003, Nachtrag: Kaum ist in Aarau der Einsatz bei der Asylunterkunft beendet, musste die Feuerwehr erneut ausrücken. Auf dem Dach sitzt nun ein 24-jähriger Kurde, der gegen einen negativen Asylentscheid protestiert.

Juni 2004: In Niedergösgen (SO) steigt ein Mann nach einem Streit auf das Dach seines Wohnblockes und droht mit Selbstmord. Mit Messern herumfuchtelnd und halb nackt wirft er Steine auf Schaulustige. Nach über vier Stunden bringt die Polizei den 34-jährigen Algerier dazu, die Messer vom Dach zu werfen. Kurz darauf gibt er auf und wird eine Klinik eingewiesen.

Juli 2008: Mit einem Grossaufgebot von über 70 Beamten rückt die Polizei zum Gefängnis im waadtländischen Orbe aus. Einem Gefangenen war es gelungen, mit Gewalt aufs Dach zu steigen. Er will springen. Weil sich 70 Mitgefangene mit dem 28-Jährigen solidarisieren, droht eine Meuterei. Nach 24 Stunden gibt er jedoch auf. Im Frühjahr 2010 sorgt der Häftling ann erneut für Schlagzeilen, als er in seiner Zelle Feuer legt und im Rauch erstickt.

Gefängnis Orbe: Nach 24 Stunden gibt der Häftling auf.

Gefängnis Orbe: Nach 24 Stunden gibt der Häftling auf.

Mai 2010: Ein 31-jähriger Mann aus Rumänien entert auf der Baustelle des Prime Tower in Zürich einen Kran und droht zu springen. Die Polizisten geben ihm Zigaretten und suchen das Gespräch. In 35 Meter Höhe hält er rauchend und gestikulierend eine Rede. Drei Stunden später steigt er vom Kran und gibt auf. Der psychisch angeschlagene Mann hat damit bereits zum zweiten Mal einen Polizeieinsatz in Zürich ausgelöst.

Hier holt die Kantonspolizei einen Aktivisten vom Kran

Polizei holt Aktivisten vom Kran beim Zürcher Opernhaus

September 2010: Am frühen Morgen klettert ein Mann beim Zürcher Opernhaus auf einen Kran. Er trillert mit einer Pfeife und wirft Gummibälle und Rosenblätter auf Passanten und Rettungskräfte. Sein Anliegen macht er auf einem Plakat kund: «Wir sind auch nur Asylanten – keine Tiere.»

Mai 2011: Ein geistig verwirrter Mann steigt in Basel auf ein Hausdach und hält die Polizei geschlagene 50 Stunden in Atem. Der Mann lässt nicht mit sich reden und wirft scharfkantige Ziegelstücken nach jedem, der sich ihm nähert. Schliesslich können Sondereinheiten den Mann überwältigen. (pi)

Gefängnis Orbe: Nach 24 Stunden gibt der Häftling auf.

Gefängnis Orbe: Nach 24 Stunden gibt der Häftling auf.