Basel
Basler Regierungspräsident in Kopenhagen

An der Klimakonferenz in Kopenhagen will der Basler Regierungspräsident Guy Morin aufzeigen, wie das Ziel einer 2000-Watt-Gesellschaft erreicht werden kann.

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Morin

Morin

bz Basellandschaftliche Zeitung

Esther Jundt

Herr Morin, Sie gehen an den «Bürgermeistergipfel» der 40 grössten Städte der Welt. Basel gehört nicht wirklich dazu. Was machen Sie an diesem Gipfel?
Guy Morin: Dieser Climat Summit for Mayors oder Bürgermeistergipfel hat mich eingeladen. Wir sind assoziiertes Mitglied des internationalen Städteverbandes der 40 Weltstädte. Ich habe einige Bürgermeister Anfang Februar kennen gelernt, als sie in Basel eine Tagung durchführten. Sie waren beeindruckt von unseren Massnahmen für den Umweltschutz. Deshalb wurde Basel als Modellstadt für Klimaschutz an diesen Gipfel eingeladen.

Dann treffen Sie Bürgermeister, die Sie schon kennen. Auf wen freuen Sie sich denn besonders?
Morin: Auf David Miller zum Beispiel. Er ist Bürgermeister von Toronto. Er war bei seinem Besuch in Basel so begeistert von der Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel, die er im Hotel erhalten hatte, dass er diese sofort in Toronto einführen wollte. Anwesend sein wird auch Michael Bloomberg aus New York und die Bürgermeister aus Seoul, Jakarta, Mexiko-Stadt, London und viele andere mehr. Und Bill Clinton wird ein Einführungsreferat halten.

Und was machen Sie in Kopenhagen?
Morin: Wir präsentieren in einem Workshop Basel als Vorzeigestadt, in der erneuerbare Energien gefördert werden und die Verwaltung CO2-neutral sein soll. Wir zeigen das Projekt 2000-Watt-Gesellschaft, unser System beim öffentlichen Verkehr, die Massnahmen bei den Gebäudehüllesanierungen, das Holzschnitzelkraftwerk und die Massnahmen zum Energie sparen. Das alles ist vorbildlich. Wir zeigen auch auf, wie wir diese Massnahmen finanzieren. Wir wollen auch die Städte in den Entwicklungsländern bei den Anstrengungen für den Klimaschutz unterstützen.

Sie müssen nun aber auch erklären, was beim Geothermie-Projekt schief gelaufen ist.
Morin: Ja, das werde ich. Bei pionierhaften Vorhaben gibt es immer Vorwärts- und Rückwärtsschritte. Ich werde sagen, dass es in der Region auch Erschütterungen während der Betriebsdauer gegeben hätte und wir deshalb auf eine Weiterführung des Projektes verzichten. Ich werde aber betonen, dass die gemachten Erfahrungen, nicht einfach umsonst waren.

Sind denn die Städte beim Klimaschutz so wichtig?
Morin: 75 Prozent der Schweizer Bevölkerung leben in einer städtischen Agglomeration. Alles, was die Staatsoberhäupter am Weltklimagipfel beschliessen, müssen die Städte umsetzen. Die Städte sind gefordert, weil 70 bis 80 Prozent des CO2-Ausstosses in den Städten produziert werden. Die Bürgermeister müssen sich austauschen und besprechen, wie sie die Beschlüsse umsetzen. Die Städte machen auch Druck, damit etwas passiert. Ich finde es toll, dass die Städte aktiv geworden sind, und eine eigene Konferenz veranstalten.

Sie gehen mit einer kleinen Basler Delegation...
Morin: Die Zürcher Stadtpräsidentin Corinne Mauch ist auch dabei. Sie wollte mitkommen und das Zürcher Projekt für eine 2000-Watt-Gesellschaft präsentieren. Ich finde es sehr gut, dass Basel und Zürich bei diesem Vorhaben in einem Wettbewerb stehen. Der Delegation gehören auch Jürg Hofer, der Leiter des Amtes für Umweltschutz und Energie, Jens Alder, designierter Verwaltungsratspräsident der IWB und IWB-Direktor David Thiel an.

Werden Sie auch Delegierte des Hauptgipfels treffen?
Morin: Wir werden auch die Schweizer Delegation der Klimakonferenz treffen und mit dieser die Anliegen des Städtegipfels diskutieren.