Politquerulant
Basler Grossrat Eric Weber attackiert Frau mit Zeitung – nun droht ein Rathaus-Verbot

Der Basler Grossrat der «Volksaktion gegen zu viele Ausländer in unserer Heimat» griff eine dösende Frau im Rathaushof mit einer Zeitung an. Vize-Staatsschreiber Marco Greiner prüft nun Konsequenzen gegen Weber - bis zum Hausverbot.

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Eric Weber könnte aus dem Ratshaus verbannt werden. (Archiv)

Eric Weber könnte aus dem Ratshaus verbannt werden. (Archiv)

Martin Töngi

Die Schilderungen der Augenzeugen stimmen überein: Am Montagmorgen nach 10 Uhr rastete eine Frau auf dem Bänklein im Rathaushof. Die Bank ist ein beliebter Rastplatz in der Innenstadt, schattig, kühl und zentral gelegen. Es folgte der Auftritt von Eric Weber. Der Grossrat der «Volksaktion gegen zu viele Ausländer in unserer Heimat» (VA) stürmte auf die dösende Frau los und schrie sie an. «Er regte sich furchtbar auf, dass sie im Rathaushof schlafe, das sei kein Ort zum Schlafen», erinnert sich ein Staatsangestellter, der im Rathaus arbeitet.

Doch damit nicht genug. Weber begann, mit einer Zeitung, die er in der Hand hielt, auf die Dame einzuschlagen. Die Attacke dauerte an, bis einer der Mitarbeiter in der Loge an der Rathauspforte herbeieilte und Weber zurückhielt. «Der Mitarbeiter hat Herrn Weber daraufhin angewiesen, das Rathaus zu verlassen», berichtet Vize-Staatsschreiber Marco Greiner der bz auf Anfrage. Die Angegriffene sei einigermassen schockiert gewesen, habe sich aber nach kurzer Zeit ebenfalls entfernt. Weber war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

«Wir prüfen nun Konsequenzen gegen Eric Weber», sagt Greiner. Das könne so weit gehen, dass der Grossrat ein Hausverbot im Rathaus erhalte. Dabei wäre zu prüfen, wie man an Tagen verfahren will, an denen der gewählte Volksvertreter am Ratsbetrieb teilnehmen will. Das Grossratsbüro sei aber ebenfalls informiert worden. Dort ist zu hören, man sei noch zu keinem Entschluss gekommen, aber das Fass sei nun endgültig voll.

Der erst kürzlich zum wiederholten Male wegen Wahlfälschung verurteilte Weber hatte bereits mehrfach mit Ausrastern auf sich aufmerksam gemacht. So etwa als er vor laufender Kamera auf der Mittleren Brücke die Hosen herunterliess und die Staatsanwaltschaft aufforderte, ihn «am Arsch zu lecken».

Dazu kommen immer wieder Beleidigungen und Ausfälligkeiten gegenüber Staatsangestellten und anderen Grossrätinnen und Grossräten, gerne auch in seitenlangen Mails an die regionalen Medien. (dre)

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