Basel

Basler Anti-WEF-Demo bewilligt

Die Basler Kantonspolizei bewilligte gestern das Gesuch des Anti-WEF-Bündnisses, am Samstag in der Stadt eine Demonstration gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos durchzuführen. Das Gesuch wurde von zwei Leuten des Überregionalen Anti-WEF-Bündnisses unterzeichnet.

Muriel Mercier

Gleichzeitig findet in der Universität Basel heute und morgen zum zehnten Mal das «Andere Davos» statt. Im Kollegiengebäude laden WEF-Kritiker zu Kongressen ein, an denen sie über die globale Entwicklung und den hohen Stellenwert der Wirtschaft, welche die Politik stark beeinflusst, diskutieren.

Die beiden Veranstaltungen haben aber nichts miteinander zu tun, betont Soziologieprofessor Ueli Mäder. «Die Demonstranten protestieren gegen das WEF in Davos. An der Uni aber setzen wir uns zwei Tage lang kritisch mit den Themen auseinander, die am WEF besprochen werden.» Obwohl Mäder sich lieber verbal mit den Themen des WEF auseinandersetzt, hat er dennoch nichts gegen Personen, die auf der Strasse ihre Meinungen kundtun. «Es freut mich, wenn sich Jugendliche politisch engagieren und ihrem Unwillen an Demos zeigen.» Er müsse ja nicht immer mit deren politischen Ansichten einverstanden sein.

Der Uniprofessor hat vor einigen Tagen Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass eigenhändig einen Brief geschrieben und ihn darum gebeten, die Demonstration des Anti-WEF-Bündnisses zu bewilligen. «Ich hoffe, die Demonstranten werden am Samstag verstanden und können das sagen, was sie wirklich sagen wollen.»

Kantonspolizei ist vorbereitet

Auch Grünen-Grossrätin Mirjam Ballmer unterstützt die morgige Demo. «Ich finde es wichtig und richtig, dass die Bevölkerung ihren Ängsten gegenüber der Globalisierung und ihrem Unmut über die sozialen Ungerechtigkeiten Ausdruck verleihen kann.» Selber aber werde sie daran nicht teilnehmen - die Klimademonstration in Kopenhagen Mitte Dezember sei ihr wichtiger gewesen. Zwar könne sie nicht abschätzen, wie viele Menschen an der Demo teilnehmen werden - dennoch sei für sie offensichtlich, dass das WEF die Bevölkerung interessiere.

Die Polizei Basel-Stadt gibt aus polizeitaktischen Gründen keine Auskunft über die Anzahl Einsatzkräfte, die am Samstag die Demonstration begleiten werden. Nur soviel: «Die Kantonspolizei hat sich darauf vorbereitet», erklärt Martin Schütz, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartementes (JSD).

Die Kundgebungsteilnehmer werden sich um 13.30 Uhr auf dem Barfüsserplatz in Marsch setzen. Die Route führt über den Bankverein und die Freie Strasse auf den Marktplatz, über die Mittlere Brücke zum Claraplatz und via Blumenrain sowie Petersgraben wieder zurück. Um 16 Uhr wird der Kundgebungszug auf dem Petersplatz eintreffen.

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