Nationalbank
Bankratspräsident Raggenbass verschweigt eigene Mandate

Im Zuge der Affäre Hildebrand gerät immer stärker auch der Bankrat ins Visier. Besonders undurchsichtig ist die Rolle von Bankratspräsident Hansueli Raggenbass.

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Brankratspräsident Hansueli Raggenbass verschweigt eigene Mandate.

Brankratspräsident Hansueli Raggenbass verschweigt eigene Mandate.

Keystone

Im Zentrum steht die Frage, wie aus dem am 15. August via Hildebrands Konto getätigten und im Bericht von der externen Prüfungsfirma PriceWaterhouseCoopers (PWC) als «heikel» eingestuften Dollarkäufen in der SNB-Mitteilung vom 23. Dezember «haltlose Vorwürfe» werden konnten. Dies zeigen Recherchen der Zeitung «Der Sonntag».

Raggenbass gibt nur drei Mandate an

Besonders undurchsichtig ist die Rolle von Bankratspräsident Hansueli Raggenbass. Er vergab die Prüfung der Transaktionen auf Hildebrands Konto der Prüfungsfirma PWC, die mit ihrer regulären Revisionstätigkeit für die Nationalbank Millionen verdient. Die Sonderprüfung vorgenommen und unterzeichnet hat Peter Ochsner, Leiter der PWC-Wirtschaftsprüfung, der bis 1979 selber bei der Nationalbank tätig war. Besonders pikant: Aufsichtspräsident Raggenbass gibt auf der SNB-Website nur gerade drei Verwaltungsratsmandate an.

Recherchen zeigen jedoch, dass unter seinem Namen im Handelsregister insgesamt 37 Mandate verzeichnet sind, darunter 25 Verwaltungsratsmandate mit einem insgesamt verwalteten Kapital von 90 Millionen Franken.

Die Prüfungsfirma bei mehrerer dieser Firmen: PWC. Weiter zeigen Recherchen, dass für die Bankräte das SNB-Reglement betreffend Eigenmittelhandel nicht gilt, sondern nur für das erweiterte Nationalbank-Direktorium. Obwohl auch die Bankräte durch ihre Aufsichtstätigkeit Informationen erlangen können, die Insiderhandel ermöglichen, müssen die Bankrats-Mitglieder keinerlei Beschränkungen für ihre privaten Geschäfte berücksichtigen. Keiner der Bankräte, darunter Daniel Lampart, Chefökonom des Gewerkschaftsbundes, Laura Sadis, Tessiner FDP-Staatsrätin und Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer, wollte gegenüber dem „Sonntag" dazu Stellung nehmen.