Patrick Odier
Bankier-Präsident verärgert über Anti-Romney-Kampagne

Bankier-Präsident Patrick Odier äussert sich im Interview zu den Steuerverhandlungen und Mitt Romney. Odier geht davon aus, dass eine Einigung im Steuerstreit mit den USA erst mit der neuen Regierung zustande komme.

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Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (Archiv)

Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (Archiv)

Keystone

Dem republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney wird im Wahlkampf vorgeworfen, er habe ein Schweizer Bankkonto - als angebliches Indiz für lusche Machenschaften. Dazu sagt nun der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, Patrick Odier, im Interview mit der «Nordwestschweiz»: «Ich finde es verleumderisch, wie sein Schweizer Bankkonto für eine Negativkampagne gegen ihn verwendet wird.» Und: «Ich bin stolz, dass die grossen Geschäftsleute unsere Dienstleistungen nutzen.» Hätte Romney Steuern hinterziehen wollen, wäre er nicht in die Schweiz gekommen.
Odier geht davon aus, dass eine Einigung im Steuerstreit mit den USA erst mit der neuen Regierung zustande komme. Ob der Präsident dann Obama oder Romney heisst, spiele keine Rolle. «Es ist eine Frage des Lösungsvorschlags, nicht des Präsidenten», so Odier.

Hinweis

Das ganze Interview finden sie in der heutigen Nordwestschweiz-Ausgabe.

Im Steuerstreit mit Deutschland ist Odier optimistisch, dass Deutschland doch noch zustimmen werde.«„Vielleicht erkennt Deutschland ja die Tatsache schliesslich, dass die Vorteile dieses Abkommens überwältigend sind.» Eine Nachverhandlung komme «definitiv nicht in Frage», so Odier. Denn: «Die Banken werden die Strategie der Abgeltungssteuer mit oder ohne Deutschland umsetzen.»
Vor einem möglichen Bundeskanzler Peer Steinbrück fürchtet sich Odier nicht: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Steinbrück andere Ansichten zur Lösung der Vergangenheit hat als die jetzige Regierung.»