Brunnen
Bank-Brunnen angekommen

Der alte Brunnen vor der Aargauischen Kantonalbank musste dem Aarauer Bahnhofneubau weichen. Jetzt steht er an seinem neuen Standort auf dem Zurlindenspitz an der Aare.

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Brunnen auf der Zurlindeninsel mit Jolanda Urech

Brunnen auf der Zurlindeninsel mit Jolanda Urech

Aargauer Zeitung

Hermann Rauber

Gut 70 öffentliche Brunnen plätschern in der Aargauer Kantonshauptstadt. Sie sorgen nicht nur für eine Augenweide, sondern auch für Erfrischung, sprudelt doch bei den meisten reines Trinkwasser aus der Röhre. Diese Vielfalt hat den Stadtmarketingverein Aarau Aktiv animiert, im Jahre 2007 einen bunten Brunnen-Führer herauszugeben. Noch nicht in diesem nützlichen Verzeichnis aufgeführt ist jener Wasserspender, der einst im Park des (längst abgerissenen) Gebäudes der Aargauischen Kantonalbank (AKB) an der Bahnhofstrasse stand. Später landete der «Bank-Brunnen» auf dem Platz vor dem AKB-Neubau. Im November 2008 musste er im Zusammenhang mit den Bahnhofbauten erneut weichen.

Kalkstein aus Lommiswil

Zusammen mit der Stadt Aarau ist es gelungen, einen neuen und attraktiven Standort zu finden, mit dem sich alle Beteiligten identifizieren konnten. Der Brunnen steht seit ein paar Wochen auf dem Aare-Inseli am Zurlindenspitz und ist gestern Mittwochmorgen im Rahmen einer kleinen Feier offiziell eingeweiht worden. Für Stadträtin Jolanda Urech passt das Objekt «ausgezeichnet in das Naherholungsgebiet im Aareraum». Der Trog stamme aus dem Steinbruch in Lommiswil am Solothurner Weissenstein und sei aus einem einzigen mächtigen Kalkbrocken gehauen worden. Im vergangenen Winter ist das Werk vom Restaurator Nick Walther aus Staffelbach fachmännisch überholt und mit einem kleinen Vorbecken ergänzt worden, dank dem sich nun auch durstige Vierbeiner am Wasser laben können.

144 Jahre alter Trog

Von der Tatsache, dass der «Bank-Brunnen» auf der Aarauer Zurlindeninsel am richtigen Ort steht, konnte sich die Gästeschar an der offiziellen Einweihung am frühen Morgen eigenhändig überzeugen. Im Laufe der kurzen Zeremonie passierten Spaziergänger und Velofahrer in stattlicher Zahl den Ort des Ereignisses. Das entging auch der Donatorin, der Aargauischen Kantonalbank, die durch den Aarauer Regionaldirektor Dieter Bruttel vertreten war, nicht. Er freute sich, dass das schön gehauene Kunstwerk nach 144 Jahren jetzt eine zweite Einweihung erfahren darf. Der Brunnen wurde 1865 zum zehnjährigen Bestehen der Kantonalbank aufgestellt. Bruttel erklärte, dass der aufmerksame Betrachter im Stein einen goldenen Schimmer entdecken könne. Es handle sich dabei aber nicht um den Rest früherer Erträge, sondern um so genanntes Katzengold.

Die Sektion Tiefbau unter Leitung von Peter Mühlebach hatte sich für die Einweihung ein besonderes Szenario einfallen lassen. So drehten am Ende Stadträtin Jolanda Urech und Dieter Bruttel gemeinsam am Schlüssel, der den Wasseranschluss öffnete. Die ersten Tropfen des köstlichen Nass durften die geladenen Gäste aus Zinnbechern trinken, die mit einer Gravur auf den «denkwürdigen Moment» hinweisen.

Offen ist, ob der «Bank-Brunnen» am Scharnier zwischen der «oberen Stadt» und dem idyllischen Scheibenschachenquartier in die Reihe jener Wasserspender aufgenommen wird, die jeweils auf den Aarauer Maienzug hin von flinken Frauenhänden festlich geschmückt werden.