Freidenker
Bald keine Kreuze mehr auf Schweizer Berggipfeln?

Die Freidenker-Vereinigung treibt den Streit ums Kreuz vom Schulzimmer nun auf die Bergpitzen. Sie will in der Schweiz den Bau neuer Gipfelkreuze verhindern, nötigenfalls auf gerichtlichem Weg.

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Keystone

Im luzernischen Triengen verlangte ein Freidenker, dass Kruzifixe und Kreuze aus den Schulzimmern entfernt werden. Der Deutsche Freidenker hat das Dorf, ja das Land inzwischen verlassen, weil er sich bedroht fühlte. Statt Kruzifixen hängen in den Schulzimmern nun einfache Kreuze ohne Jesusfigur. Weiter gehen will Tringen nicht - trotz der Foderungen der Freidenker.

Diese wollen aber nicht kleinbeigeben. Überall dort, wo sich der Staat repräsentiere, müssten religiöse Zeichen entfernt werden, fordert Freidenker-Geschäftsführerin Reta Caspar nun in verschiedenen Medien. Das gelte für Schulzimmer und Spitäler. Und auch für Berggipfel. Überlall, wo neue Gipfelkreuze erstellt oder bestehende ersetzt werden, werde man Einspruch erheben, kündigte Caspar an. Immerhin: «Die bestehenden müssen nicht verschwinden»

«Geniess das Leben»

Die Schweizer Freidenker-Vereinigung, die 1908 gegründet wurde, zählt heute rund 1700 Mitglieder. In die Schlagzeilen geriet die Organisation letztes Jahr als sie landesweit Plakate aufhängen liess mit dem Slogen «Da ist wahrscheinlich kein Gott. Also sorg Dich nicht, geniess das Leben».

Anfang Oktober war der Präsident der Vereinigung als Lehrer im Kanton Wallis fristlos entlassen worden, weil er sich geweigert hatte, in seiner Klasse ein Kreuz aufzuhängen. In der letzten Woche sorgte dann ihr Kampf gegen die Kruzifixe von Triegen für Aufruhr. (rsn)