Zuwanderung
«Bald 1 Million Muslime?» – mit islamophobem Inserat gegen EU-Einwanderung

Das Egerkinger Komitee um SVP-Nationalrat Walter Wobmann wirbt mit einem umstrittenen Plakat für die Masseneinwanderungsinitiative. Andere Politiker empfinden das Inserat als Effekthascherei und «geschmacklos».

Merken
Drucken
Teilen
Das Plakat des Egerkinger Komitees gibt zu reden.

Das Plakat des Egerkinger Komitees gibt zu reden.

zvg

Eine steile Kurve, eine verhüllte Frau und die Schlagzeile «Bald eine Million Muslime?» - so sieht das Plakat des Egerkinger Komitees aus, mit dem es für die SVP-Masseineinwanderungsinitiative wirbt.

Das Egerkinger Komitee

Das Egerkinger Komitee wurde durch die Minarettinitiative bekannt und setzt sich unter anderem auch für ein Burkaverbot ein. Die Mitglieder sind: Ulrich Schlüer, a. Nationalrat, SVP (ZH), Christian Waber, a. Nationalrat, EDU (BE), Nationalrat Walter Wobmann, SVP (SO), Jasmin Hutter, a. Nationalrätin, SVP (SG), Nationalrat Oskar Freysinger, SVP (VS), Grossrat Eric Bonjour, SVP (VD), Kantonsrat Eros N. Mellini, SVP (TI), Nationalrätin Sylvia Flückiger, SVP (AG), Stadtrat Patrick Freudiger, SVP (BE), Thomas Fuchs, a. Nationalrat, SVP (BE), Grossrat Andreas Glarner, SVP (AG), Nationalrat Lukas Reimann, SVP (SG), Nationalrätin Natalie Rickli, SVP (ZH)
Cornelia Schaub, a. Kantonsrätin, SVP (ZG), Kantonsrätin Barbara Steinemann, SVP (ZH), Daniel Zingg, EDU (BE)

Aber: Was haben Muslime und die Masseneinwanderung gemeinsam? Und weshalb beschränkt es sich nur auf Muslime? Der Verdacht, dass islam-feindliche Einstellungen bewirtschaftet und Ängste geschürt werden, liegt nahe.

Für SVP-Nationalrat Walter Wobmann aus Niedergösgen spitzfindige Fragen. Es gehe vielmehr «um die gesamte Einwanderungsgeschichte». «Die Muslime nehmen massiv zu», sagt Wobmann gegenüber Tele M1 und weiter: «Wenn das so weitergeht haben wir bald eine Million Muslime in der Schweiz. Und das heisst, andere Kulturen und Gesellschaftsnormen».

Für CVP-Ständerat Pirmin Bischof völliger Unsinn. Nur ein verschwindend kleiner Prozentsatz der Zuwanderer aus den 26 EU-Staaten seien Muslime. Die Aktion sei politisch und geschmacklich unterste Schublade und nichts weiter als eine bekannte Masche mit anti-religiösen Gefühlen eine politische Schlacht zu gewinnen.

Auch der Imam des schweizerisch-albanischen Kulturzentrums in Aarburg Nehat Ismaili sieht das so. Er sagt, nur «ungesunde» Parteien würden solche Inserate schalten und Panik-Mache betreiben.

Einige Zeitungen haben sich geweigert das Inserat abzudrucken. (rhe)