Fahrleitungsstörung

Bahn-Chaos wäre vermeidbar, doch Bund verschliesst die Augen

Eine Panne im Nadelör Aarau-Rupperswil legt den gesamten Bahnverkehr im Mittelland lahm.

Eine Panne im Nadelör Aarau-Rupperswil legt den gesamten Bahnverkehr im Mittelland lahm.

Wegen einer heruntergerissenen Fahrleitung brach am Samstag das gesamte SBB-Netz im Mittelland zusammen. Das Chaos verärgerte nicht nur tausende Passagiere, sondern ruft auch Kritiker auf den Plan.

Am Samstagmorgen gegen 10 Uhr reisst ein TGV kurz vor Aarau die Fahrleitung herunter und blockiert damit eine der wichtigsten Achsen der SBB. Die Züge müssen in Aarau sowie in Olten gewendet werden.

Betroffen ist nicht nur der Regional- und Nahverkehr, sondern auch Tausende von Passagieren der Strecke aus der Westschweiz via Bern und Biel nach Zürich und umgekehrt. An den Bahnhöfen wie Olten Zürich und Aarau gestrandet, wollen sie eigentlich nur so schnell wie möglich weiter. Doch durch das Nadelör Aarau-Olten ist kein Durchkommen.

Die Fahrleitungsstörung vom Samstag zeigt erneut die Untauglichkeit der offiziellen Bahnplanung im Mittelland, schreibt die «Schweiz am Sonntag». Die Basler Züge werden über die Bözberglinie umgeleitet, doch für die West-Ost-Verbindung ab Olten bleiben nur Ersatzbusse.

Auch Schuld an diesem Chaos ist die Aargauer Regierung, die mit ihrem Wunsch, alle Euro- und Intercity-, Interregio-, S-Bahn- und Güterverkehr durch dieses Nadelöhr zu führen, die Strecke anfällig auf Störungen macht. Daran soll sich gemäss Bund und SBB auch mit den bewilligten Fabi-Milliarden wenig ändern.

Experten empfehlen eine deutlich kürzere und kostengünstigere Neubaustrecke Roggwil (bei Rothrist) nach Zürich-Altstetten anstelle der geplanten Eppenberg-, Chestenberg- und Honerettunnel. Doch das Bundesamt für Verkehr schweigt die Möglichkeit tot. (zam)

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