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BAG will jetzt alle testen lassen, die Symptome zeigen

Das BAG empfiehlt, nur mit dem zuverlässigen PCR-Verfahren zu testen. Mit diesem wird die Erbsubstanz des Virus aufgespürt und analysiert.

Das BAG empfiehlt, nur mit dem zuverlässigen PCR-Verfahren zu testen. Mit diesem wird die Erbsubstanz des Virus aufgespürt und analysiert.

In der Schweiz sollen mehr Personen auf das Coronavirus getestet werden. Neu gibt es Tests für alle Menschen mit Symptomen, ausserdem können Spitäler nun das Personal testen lassen.

(wap) Trotz Lockerung der Schutzmassnahmen hofft das Bundesamt für Gesundheit (BAG), wieder zu einer sogenannten «Containment-Phase» übergehen zu können: In dieser wäre es wieder möglich, die Ansteckungswege in der Bevölkerung zu verfolgen, exponierte Personen zu testen und gegebenenfalls unter Quarantäne zu stellen. Vorbereitet wird dies nun mit einer Ausweitung der Testkriterien, die das BAG am Mittwoch veröffentlicht hat.

Fieber kein zwingendes Kriterium mehr

Neu sollen alle Personen einen Test erhalten, die unter Husten, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit leiden, dies unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Muskelschmerzen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests. Diese Methode erkennt die DNA des Virus und wird beispielsweise auch bei Vaterschaftstests angewendet. Sie sei verlässlich, so das BAG. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird.

Weiter erhalten die Kantonsärzte das Recht, Tests auch bei Personen durchzuführen, die keine Symptome zeigen. Dies sei angezeigt, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Virus in Spitälern oder Pflegeheimen rechtzeitig zu erkennen. Zu diesem Zwecke sollen auch Leichen von Menschen getestet werden, die in Spitälern oder Pflegeinstitutionen gestorben sind.

Quarantäne auch bei negativem Test

Alle Personen, die verdächtige Symptome aufweisen, sollen zur Sicherheit für mindestens zehn Tage zu Hause in Isolation bleiben, dies auch dann, wenn der Test keinen Hinweis auf eine Infektion mit dem Coronavirus liefert. Die Selbstisolation muss bis 48 Stunden nach dem Abklingen der letzten Symptome eingehalten werden. Von dieser Selbstisolation sind auch alle Personen betroffen, die im selben Haushalt leben oder mit denen man intimen Umgang hatte.

Vorsicht ist geboten, wenn sich die Gesundheit nach fünf bis sieben Tagen plötzlich verschlechtert. In diesem Falle könne die Situation innert Stunden kritisch werden, so das BAG. Bei Schmerzen in der Brust, Atemnot oder bläulichen Lippen muss umgehend der Arzt gerufen werden, ebenso bei Verwirrung oder wenn Fieber und Schwächegefühl über mehrere Tage nicht abklingen.

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