Neue Hymne
az-Leser würden sich für «Weisses Kreuz auf rotem Grund» entscheiden

Die Schweizerische Gemeinnützige Gemeinschaft (SGG) sucht nach Vorschlägen für eine neue Nationalhymne. Würden die az-Leser entscheiden, wäre das Urteil klar: 55 Prozent geben ihre Stimme Beitrag A.

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Fans am Spiel der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft gegen Estland.

Fans am Spiel der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft gegen Estland.

Keystone

Die az-Leser scheinen sich einig zu sein: 55 Prozent, die sich an der Umfrage beteiligten, geben ihre Stimme Beitrag A (Stand: Montag, 18.00 Uhr). Platz zwei und drei liegen mit je 12 Prozent abgeschlagen zurück (Beitrag E und F). Mit 4 Prozent erhält Beitrag C am wenigsten Zustimmung.

An was mag es liegen? Die Melodie an sich kann nicht den Ausschlag gegeben haben. Denn sowohl der gegenwärtige Siegerbeitrag A wie auch der Beitrag C auf dem letzten Rang ertönen in der altbewährten Melodie des Schweizerpsalms.

Dann muss es wohl etwas mit dem Text zu tun haben. Jener von Beitrag A lautet im Wortlaut:

«Weisses Kreuz auf rotem Grund,
unser Zeichen für den Bund:
Freiheit, Unabhängigkeit, Frieden.
Offen für die Welt, in der wir leben,
woll'n wir nach Gerechtigkeit streben.
Frei, wer seine Freiheit nützt,
stark ein Volk, das Schwache stützt.
Weisses Kreuz auf rotem Grund,
singen wir gemeinsam aus einem Mund.»

Unabhängigkeit, Einigkeit, Freiheit und Frieden, Weltoffenheit und Solidarität - ein patriotischer Text, wie man ihn von der Nationalhymne erwartet. Aber in diese Kerbe schlagen sämtliche Beiträge. Zum Vergleich der Text von Beitrag D (8 Prozent Zustimmung)

«Wohl unserm Land,
unsrer Zeit,
unserm Geist
der Verbundenheit,
unserm Weg,
unsrer Kraft, die neu erschafft.
Frieden zu bewahren
allem Leben hier,
Freiheit zu erfahren,
dafür stehen wir.
Wohl unserm Land,
unserm schönen Heimatland.
Wohl unsrer Schweiz,
aufgehoben in Gottes Hand.»

Die Vermutung liegt nahe, dass es die ersten paar Worte des Beitrags sein müssen, welche den Ausschlag für die Entscheidung geben. Und tatsächlich: «Weisses Kreuz auf rotem Grund» ist - wie eine Kurzumfrage auf der Redaktion ergab - am einprägsamsten aller Beiträge.

Hier der Direktvergleich:

Beitrag A (55%): «Weisses Kreuz auf rotem Grund, unser Zeichen für den Bund»

Beitrag B (9%): «Wir, das Volk der Freiheit, leben für die Einheit»

Beitrag C (4%): «Immerschon von Alters her, lieben wir die Freiheit sehr»

Beitrag D (8 Prozent): «Wohl unsrem Land, unsrer Zeit, unserm Geist der Verbundenheit»

Beitrag E (12 %): «Wir alle, wir stehen, unser Land anzusehen und wahren in uns den Traum»

Beitrag F (12%): «Land, an Freiheit überreich, Land das will, dass alle gleich»

Schauen Sie sämtliche Beiträge HIER.

Bei einer Strassenumfrage in Zürich zeigt sich ein differenziertes Bild. «Das ist für mich Hans was Heiri», sagt etwa eine Frau zu einem Beitrag, der einen neuen Text zur alten Melodie beinhaltet. Man höre sowieso nur auf die Melodie, meint sie. Eine jüngere Frau findet den neuen Text von Beitrag A zwar «nicht mal so schlecht» – aber immer noch «etwas bünzlig».

Laut den Passanten soll sich die neue Hymne grundsätzlich zum freudigen Mitsingen eignen und die verschiedenen Landesteile der Schweiz berücksichtigen. «Und wenn sie dann noch die Fussball-Nati auswendig lernen kann, dann ist sie sowieso gut», meint ein Mann. (smo/rhe)