Ju-52-Absturz

Aviatik-Experte über das Unglück am Piz Segnas: «Der Absturz ist mir ein Rätsel»

Fehlende Blackbox und Stimmenrekorder erschweren Ermittlungen zum Absturz

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Tele M1 hat mit mit dem Aargauer Aviatik-Experten Heiner Lüscher gesprochen.

Die Ermittlungen zum schweren Flugzeugabsturz mit 20 Todesopfern im Kanton Graubünden dürften sich schwierig gestalten – denn an Bord der JU-52 befand sich weder ein Flugschreiber noch ein Stimmenrekorder. Auch Aviatik-Experte Heiner Lüscher stellt der Absturz vor ein Rätsel.

Heiner Lüscher war rund 30 Jahre lang Linienpilot und versucht, für den Regionalsender Tele M1, den tragischen Absturz der JU-52-Maschine am Piz Segnas im Bündnerland einzuordnen. 

Auf die Frage, warum das Flugzeug fast senkrecht in den Boden gekracht ist, kann aber auch der Experte keine Antwort finden. Denn auch bei einem Strömungsabriss oder einem Verlust der Motorenleistung könne man immer noch versuchen, ein Flugzeug im Segelflug zu landen.

Ebenfalls schwer vorstellen kann sich Lüscher, dass der Absturz etwas mit der momentanen Hitzewelle zu tun hat. «Jedes Flugzeug hat eine technische Tabelle, die zeigt, bei welchen Temperaturen man wie hoch fliegen kann», erklärt der Experte und fügt an: «Ich nehme an, dass die Piloten diese Tabellen konsultiert haben.»

Bilder von der abgestürzten JU-52-Maschine:

Kein Zusammenhang mit Unglück im Kanton Nidwalden

Obwohl am selben Tag im Kanton Nidwalden ein Kleinflugzeug mit einer vierköpfigen Familie abgestürzt ist, will Lüscher die beiden Vorfälle nicht vergleichen und wiederum nicht auf die anhaltende Hitze schliessen. Er kenne die Details zu jenem Unglück nicht und müsse den Absturz der JU-52 isoliert betrachten. Dieser bleibe für ihn ein absolutes Rätsel.  

Ju-52-Absturz: Das sind die ersten Untersuchungsergebnisse

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Die Unfalluntersuchung im Fall der abgestürzten Ju-52-Maschine ist komplex und wird lange dauern. Trotzdem gibt es erste Ergebnisse über den Unfallhergang und mögliche Ursachen, wie Daniel Knecht von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle am Sonntag vor den Medien ausführte.

Obwohl der als «Tante Ju» bekannte Flugzeugtyp bereits einige Jahre auf dem Buckel hat, ist Lüscher überzeugt: «Das Flugzeug ist eine robuste Konstruktion, alles ist mechanisch mit Drahtseilen. Darum hält es viele Möglichkeiten bereit, eine ungewohnte Fluglage noch zu retten.» (luk) 

Alle 20 Insassen der abgestürzten Tante Ju sind tot

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Am Sonntag gaben die Kantonspolizei Graubünden und Ju-Air erstmals Auskunft über den tragischen Unfall, der sich am Samstag am Piz Segnas bei Flims GR ereignete.

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